Amoklauf

Ein Kellner lebt einsam und isoliert und von der Außenwelt abgeschottet. Im Laufe der Zeit hat er einen unglaubliche Hass auf seine Mitmenschen entwickelt – und so führt ein geringer Auslöser zu einer unglaublichen Bluttat …

Einer der ersten Filme von Uwe Boll an dem man wohl schon damals kein gutes Haar ließ. Ich kann es verstehen, will den Film aber nicht gleich in Grund und Boden reden weil ich zumindest eine Absicht erkennen konnte. Es geht um einen Mann in dem ein Hass auf seine Umwelt stetig wächst bevor sie sich in Gewalt entlädt, dabei wird nicht wirklich eine psychologische Analyse gezeigt, aber die Trostlosigkeit seiner Umgebung und die Isolation wenn er im stillen Zimmer hockt und fernsieht (was der Zuschauer auch minutenlang mitmacht) kommt schon entsprechend rüber. Zum Ende hin entlädt sich die Wut in ein furchtbares, blutiges Desaster daß irgendwo zwischen Splatterfilm und Kunststreifen fällt, das mag zwar vorrangig dem Schockeffekt dienen, hat aber einen ungemein surrealen Anstrich der ein Ansehen durchaus interessant macht. Obendrein ist es eben eine Basis: das Thema Amoklauf hat Boll noch in einigen andern Titeln aufgearbeitet, wie z.B. der „Rampage“ Trilogie.

Fazit: Bizarres Frühwerk von Uwe Boll dessen splatteriger Showdown geradezu künstlerisch wirkt!
2 Punkte

Lady Business

Mia (Tiffany Haddish) und Mel (Rose Byrne) haben zusammen ein Kosmetikunternehmen eröffnet, sich dabei aber restlos übernommen. Daher ist das Angebot von Claire Luna (Salma Hayek) zunächst sehr verlockend – stellt aber auch ihre Freundschaft auf eine harte Probe …

Eigentlich ist es keine schlimme Sache wenn man eine totale Storyblaupause verwendet und maximal eine Kleinigkeit ergänzt. In diesem Falle ist es die typische Erfolgsstory in der zwei Frauen das gemeinsame Geschäft an einen Konzern verkaufen und dann eben die Freundschaft der beiden in die Binsen geht. Eigentlich eine ganz harmlose Komödie die an vielen Stellen ergänzt wird: hier und da gibt’s mal ein paar Gags über Körperflüssigkeiten, das Thema Make-Up wird großflächig umrissen … aber hauptsächlich setzt der Film in der ersten Hälfte darauf Dialoge und Gags unterhalb der weiblichen Gürtellinie zu platzieren. Das ist auf der einen Seite fast schon kriminell unlustig, aber ebenso fast unangenehm zu schauen und an vielen Stellen nur als Füller gedacht und kein Stück relevant für die Handlung. Ernst nehmen kann man das alles auch nicht weils zu perfekt und over-the top ausgestattet ist und Figuren wie Salma Hayeks Charakter nichts anderes als eine Parodie sind.

Fazit: Im Kern ein absoluter Standardfilm der jedoch an allen Nebenbaustellen restlos aufs Maul fällt!

Rating: ★☆☆☆☆

Sonic – The Hedgehog

Der blaue Igel Sonic (im Original: Ben Schwartz) flieht aus einer anderen Dimension und landet auf der Erde wo er schon bald der Regierung auffällt die den verrückten Dr. Robotnik (Jim Carrey) aussenden um ihn zu jagen. Dafür steht der Dorfsheriff Tom (James Marsden) Sonic zur Seite …

Diesen Film macht eigentlich nur ein Aspekt wirklich interessant: daß ein Shitstorm über das Aussehen der animierten Hauptfigur dazu führte daß der Film eine Weile zurückgestellt wurde und dann mit neuem Outfit neu präsentiert wurde. Der Umstand daß die Zuschauer selber mitentscheiden wie das Produkt aussehen soll contra der kreative Prozess in den hier reingeredet wurde … das ist schon recht spannend. Der Film bei dem es passiert ist besticht hingegen mit liebenswerter Banalität. Die Basis ist ein kindgerechtes Jump’nRun Videospiel, ebenso strömt der Film aus jeder Pore die Stimmung eines Kinderfilms. Und an dem kann man gar nichts beklagen, aber auch nichts loben. Der Igel ist liebenswert, der menschliche Begleiter James Marsden warmherzig, Jim Carrey gibt als böser Robotnik eine Standardvorstellung des überdrehten Spinners, die Story ist ein Blaupause über „Von A nach B reisen“und die Effekte sind solide und zufriedenstellend. Insbesondere aber dürften Kinder an den albernen, aber nicht hysterisch überdrehten Abenteuern und Gags viel Spaß haben – und das ist hier wohl die Hauptsache.

Fazit: Brav, klein, aber im Rahmen seiner Chancen mehr als solide!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=MEcaD3rbArY

Ad Astra – Zu den Sternen

Nach einem ungewöhnlichen Ereignis wird Raumfahrt-Ingenieur Major Roy McBride (Brad Pitt) ins All geschickt um nach der Ursache zu Suchen. Dabei verfolgt er die Mission seines Vaters Clifford McBride (Tommy Lee Jones) der seit 29 Jahren als tot gilt …

Ich wußte von Anfang an daß dies nicht wirklich ein Film für mich sein würde, aber ich wurde von großer Neugier angetrieben: hier wurde die Schere der Kritik von einem Extrem ins Andere geöffnet und vom in den Himmel loben bis zum in den Boden stampfen war alles dabei, allerdings mit dem Schwerpunkt auf der negativen Seite. Ich würde sagen: es ist wirklich entscheidend aus welchem Blickwinkel man schaut. Auf dem kleinsten Nenner ist dies ein Vater / Sohn Drama, gepackt in den Mantel eines Sci-Fi Films. Aus technischer Sicht ist das Ding eine reine Offenbarung und erfüllt sein selbst gesetztes Ziel einen sehr realistischen Raumfahrtfilm zu bringen, allerdings macht dies nicht wirklich Spaß. Denn die unzugängliche, verschlossene Hauptfigur, die Stimmung und der Musikeinsatz erzeugen eine Atmosphäre des Unwohlseins und der Beklemmung die vielleicht genau das darstellt was so mancher im Kino zu finden hofft, mir war es zu belastend. Und die tieferen Fragen die abseits gestellt werden mögen manche faszinieren, haben mich aber ebenso wenig mitgenommen.

Fazit: Kein Unterhaltungsfilm, sondern technisch perfekte, aber kalte und stellenweise bedrückende Si FI Geschichte!

Just Mercy

Anwalt Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) hat einen Abschluss von Harvard und verteidigt unschuldig Verurteilte in Alabama, zusammen mit Anwältin Eva Ansley (Brie Larson). So kommt er an den Fall von Walter McMillian (Jamie Foxx) dem ein Mord zur Last gelegt wird …

Der Film gibt vor auf wahren Fakten zu basieren, das glaube ich ihm auch, aber muß dann doch sagen: die Realität scheint manchmal sehr klischeehaft zu sein. Der grundgute und arme mann der zu Unrecht in den Knast kommt und tapfer die Kraft bewahrt, der steril-saubere und immer nur das gute wollende Held, der verschwitzte, böse Sherriff, der kakerlakenhafte und windige Staatsanwalt … in diesem Juristendrama scheint jede noch so kleine Klischeefigur enthalten zu sein. Und es ist ein Film der langen Dialoge und es extrem gebremsten Tempos. Das ist aber eine Eigenart des Genres, hier gibt es eben keine Action und keine Überspitzung, sondern das menschliche Drama daß in Gerichtssälen, in den Büros, in den Gefängniszellen oder den heimischen Wohnzimmern passiert. Mir hat es in dieser Form sehr gefallen, einen so entschleunigten Film zu sehen, auch wenn die Laufzeit von 137 Minuten dann doch viel zu lang dafür bemessen war. Die Botschaft ist gut, die Darsteller solide und Spannung bleibt auch erhalten wenn man den wahren Hintergrund nicht kennt. Und manche der gezeigten Dinge können einen geradezu wütend machen …

Fazit: Mag zwar auf realten Tatsachen fußen, liefert aber doch viele Klischees, dafür auch einen ruhigen, dialoglastigen und entschleunigten Film!

Rating: ★★★★☆

Sieben Jahre in Tibet

Im Jahre 1939 beteiligt sich Heinrich Harrer (Brad Pitt) an einer Himalaya-Expedition. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht landet Heimrich mit Expeditionsleiter Peter Aufschnaiter (David Thewlis) in einem Internierungslager. Von dort aus gelangt er nach Tibet wo er auf Tenzin Gyatso (Jamyang Jamtsho Wangchuk), dem 14. Dalai Lama, trifft …

Der Film kam ins Kino als ich ein Teenager war und ich verweigerte ihn im Kino, da es mir als eine ultimative Qual und Schnulze vorkam in welcher der von den Mädels so angehimmelte Brad Pitt einfach nur episch in Szene gesetzt werden sollte. Nun, viele Jahre später habe ich ihm dann doch mal eine Chance auf Netflix gegeben und kann mit dem Blick drauf werfen der mir damals gefehlt hat, nämlich dem Wissen darum welche Filme Pitt sonst noch so gemacht hat seitdem. Dies ist nicht der Versuch eines damals aufsteigenden Stars mal was episches zu machen, sondern ein gezielter und gut gewählter Film in dem er auch mal aus seinem damaligen Sunnyboy Image ausbrechen konnte: er verkörpert einen ziemlichen Widerling der aus purem Egoismus einen krassen Schritt geht. Dadurch ist der Film zunächst ein Abenteuerstreifen, wird dann später zu einem Politfilm bzw. ein wenig Betrachtung der Historie und mündet in ein sympathisches Drama über eine ungewöhnliche Freundschaft. Ich will gar nicht so tun als würde ich allen historischen Kotext gänzlich kapieren oder könnte hinterher ein Referat darüber halten. Ebenso wenig weiß ich hier was historisch belegt ist und was dramaturgisch angepasst wurde (Pitts Figur wandelt sich schrittweise zum Sympathieträger was die wahre Person so wohl nicht tat), aber in seiner Gesamtheit ergibt der Film durchaus ein Werk daß einen gewissen Klassikerstatus verdient hat: Pitt mit seiner eindringlichen Darstellung,  einige sehr sensible Szenen und große Landschaftsaufnahmen die ohne Computer gemacht wurden liefern einen wirklich großen, epischen Film auf den man sich halt einlassen muß.

Fazit Episch, gigantisch aufgezogen und in manchen Momenten mit sehr viel Gefühl!

Rating: ★★★★☆

Everest – Ein Yeti will hoch hinaus

Die in Shanghai lebende Yi finde auf ihrem Haus einen Yeti den sie Everest nennt. Sie beschließt mit zwei Freunden durch China zu reisen und das Wesen zurück in seine Heimat zu bringen. Dabei haben sie jedoch auch Verfolger …

Man muß halt konkurrenzfähig sein … das gilt auch für Dreamworks Animation. Eigentlich gehört der Sektor des Animationsfilms fest den Machern von Pixar, aber mit Titeln wie diesen hier muß sich Dreamworks nicht verstecken. Sie liefern hier eine riesige, detailreiche und bunte Welt, jagen eine Truppe aus sympathischen Helden kindgerecht durch ein lautes Abenteuer und verpacken auch neben einigen lustigen Szenen eine richtige Dosis an Emotionen rein. Kurz gesagt: genau der Film den man als Eltern mit dem Kind guckt und bei dem man dann auch selber amüsiert zusieht.

Fazit: Buntes Spektakel mit Witz, Herz, Spannung und einer bunten Welt – für Kinder top, aber auch Erwachsene sollten Spaß haben!

One Cut of the Dead

Nachwuchsregisseur Higurashi (Takayuki Hamatsu) reist mit seinem Crew in eine Fabrikanlage aus dem Zweiten Weltkrieg um einen Zombiefilm zu schauen. Das wird jedoch zu einer blutigen Angelegenheit als echte Zombies auftauchen …

Dieser Film wurde mir stets wärmstens empfohlen, allerdings immer mit dem Zusatz: die ersten dreißig Minuten muss man durchhalten, aber dann lohnt es sich … ich verstehe was gemeint ist. Dieser Film hat eine beeindruckende Eröffnungssequenz die im Grunde eine halbe Stunde lang ist, erzählt eben den Angriff von Zombies auf ein Filmteam in Echtzeit und mittels einer einzigen, ewig langen Kamerafahrt. Danach macht es in der Tat Klick und man ist in einem restlos anderen Film. Ich möchte hier aber nicht ausführen worin. Sagen wirs aber so: ich selber teile die Liebe für koreanische Filme nicht, kann aber die Begeisterung hierfür im wesentlichen Verstehen. Es ist eine Liebeserklärung ans Filmemachen und in dem Sinne keine direkte Komödie, bringt aber viele spannende Aspekte wie es hinter den Kulissen läuft auf den Punkt. Daher muß man schon ein wenig Offenheit an den Tag legen, aber wer durchhält bekommt in der Tat ein lohnendes Ergebnis.

Fazit: Im Grunde mehrere Filme in einem – und ergibt im Gesamten einen sehr spaßigen Film!

Birds of Prey

Harley Quinn (Margot Robbie) hat genug von ihrem durchgeknallten Freund, dem Joker, und hat ihn verlassen. Sie findet neue Unterstützung durch Huntress (Mary Elizabeth Winstead), Black Canary (Jurnee Smollett-Bell) und Renee Montoya (Rosie Perez) und zieht los um Cassandra Cain (Ella Jay Basco) vor Black Mask (Ewan McGregor) zu retten …

Der Versuch ein eigenes, funktionierendes Filmuniversum zu etablieren ist seitens DC mittlerweile gefloppt. Viel besser sind sie damit gefahren ihre dortigen Figuren in individuelle, eigene Filme zu packen – und trotzdem geben sie das filmische Universum nicht vollständig auf. Hier versuchen sie die Figur der Harley Quinn in ein eigenes Abenteuer zu verlagern – und je nachdem mit welchen Ansprüchen man an den Film herangeht kann man schon zufrieden sein. Inhaltlich passiert eigentlich nichts, außer daß sich ein paar Ganoven um ein junges Mädchen kloppen die etwas besitzt was alle haben wollen, der Antagonist wird von Ewan McGregor katastrophal langweilig und austauschbar verkörpert. Die Actionszenen sind beim Gewaltgrad etwas wechselhaft, manchmal tödlich und brutal und manchmal albern, dafür sind die Settings und Umgebungen abwechslungsreich und interessant. Inhaltlich tut der Film aber am Ende nichts relevantes für das DCEU und bleibt einfach nur ein alberner, überdrehter und hier und da kurzweilig unterhaltsamer Film.

Fazit: Kurweiliger Klopper ohne Nachwirkung oder Relevanz!Rating: ★★★☆☆

Fifty Shades of Black – Gefährliche Hiebe

Studentin Hannah Steale (Kali Hawk) trifft bei einem Vorstellungsgespräch auf Christian Black (Marlon Wayans) und ist fasziniert. Als sie ihm näher kommt führt er sie in eine Aufragende Welt des Sadomasochismus ein …

Ich kann da sagen oder denken was ich will: so überzogen, unlustig und nervig ich Marlon Wayans finde, so sehr muss ich respektieren daß ich schon zu Schulzeiten Filme mit ihm gesehen habe (Senseless) … also irgendwie hält der Mann sich im Geschäft und findet sein Publikum. Und das wird er wohl auch hierfür finden … ich gehörte aber nicht dazu. Die ganze „Shades of Grey“ Thematik ist ja an sich schon voller unfreiwilliger Komik, daher ist eine Parodie darauf für mich wenig erfolgsversprechend. Und dann ist da die endlose Serie an verbaler und sonstiger Entgleisung, die Thematik ist natürlich geeignet um permanent unter Gürtellinie zu agieren. Da aber jede Szene so ausnahmslos überzogen ist und alle Charaktere wie Comicfiguren sind ist das als würde ich mich über Gewalt in einem Comic auslassen. Wer einen Waynas Film schaut sollte wissen worauf er sich einlässt, das ist keine Neuigkeit, und hier erhält man einen nahezu unerträglichen, an Peinlichkeit nicht mehr zu toppenden Film. Allerdings, wie bei Titeln dieser Art nicht unüblich: hier und da sind Gags drin über die man lachen kann. Ob man sich diese anderthalb Stunden Fremdscham antun mag liegt bei einem selbst.

Fazit: So unglaublich albern, peinlich und geschmackslos daß man es nicht in Worte kriegt, für Wayans Fans ist es aber sicehrlich ne Party …