Chaos auf der Feuerwache

Jake Carson (John Cena) leitet eine Feuerwehrwache und ein absolut professionelles Team. Dann aber finden sie drei Kinder im brennenden Wald ohne eine Spur der Eltern. Da sie gesetzlich verpflichtet sind nehmen sie die Kinder auf die Feuerwache mit – wo diese recht schnell ein unglaubliches Chaos entfachen …

Filmisch gesehen fast schon eine Tradition: sobald ein muskelbepackter Darsteller (meist mit Wrestling Background) sich als Actionstar etabliert kommt irgendwann ein solcher Titel um die Ecke bei dem derjenige sein Image vorführt und als harter Kerl mit kleinen Kindern zu tun bekommt. Bei Schwarzenegger war es „Kindergarten Cop“, bei Vin Diesel „Der Babynator“, bei Dwayne Johnson „Daddy ohne Plan“ (vom gleichen Regisseur)… und jetzt hat John Cena ebenfalls einen solchen Titel. Leider einen, der merklich sehr günstig produziert wurde, Das merkt man bei den wenigen Actionmomenten und Szenen die in Hubschraubern spielen, da ist die Green Screen Herkunft klar sichtbar. Obendrein arbeitet der Film mit einem sehr kleinen Setting und nur wenigen Figuren. Die Gags sind eigentlich nur das stetige Wiederholen eines einzelnen Witzes: Cena macht den knallharten Knaben um den herum das alberne Kinderchaos ausbricht und natürlich weicht das den Mann mit der Zeit auch auf. Wirklich gut ist das alles nicht, man kann es aber auch nicht so völlig verteufeln. Die Gags mögen plump sein, aber irgendwo ist da doch Charme drin – und Kinder dürften die dusselige Nummer sicher abfeiern.

Fazit: Simpel produziert und endlos albern, für Kinder aber sicherlich sehr zufriedenstellend.

Rating: ★★★☆☆

The Old Guard

Andy (Charlize Theron)ist unsterblich und leitet ein Team von unsterblichen Killern – doch nach einigen Jahrhunderten hat sie keine Lust mehr und möchte endlich sterben. Bei einem Einsatz der schief läuft wird ihre Kraft obendrein in die Öffentlichkeit getragen …

Der Film basiert auf einer Graphic Novel Vorlage die ich nicht kenne, daher weiß ich nicht ob die Probleme welche ich mit dem Film hatte in der Vorlage oder der Umsetzung basieren. Für mich ergibt das Werk kein stimmiges Ganzes. Die Story um eine unsterbliche Soldatin ist pures Fantasymaterial, der Film spielt aber im hier und jetzt und läßt diese Figuren in modernem High-Tech Setting agieren, das ist ok, aber verströmt eben kein Stück Fantasyatmosphäre. Die Handlung vermengt diverse Schwerpunkte von denen aber keiner wirklich auserzählt wird: es wird berichtet wie diese Figuren unter ihrer Gabe leiden, wie eine Person in diese Welt eingeführt wird und wie ein Pharmakonzern versucht die Gabe der Unsterblichkeit auszunutzen – jede von diesen Plotlines hätte einen ganzen Film gefüllt, in diesen abgespeckten Dosierungen kommt nicht viel durch. Und letztlich ist der Film für mich extrem kritisch bei den Darstellern: Charlize Theron spielt einfach nur eine müde Soldatin, man nimmt ihr keine Sekunde lang ab daß sie Jahrhunderte alt sein soll. Die weiteren Figuren haben durchaus interessante Aspekte, aber sie wirken nicht da sie von extrem bleichen Darstellern verkörpert werden. Wer den Film nur für ein paar gute Actionszenen sehen mag kann das tun, allerdings sind diese über den Film verteilt und fallen auch nicht so sehr ins Gewicht.

Fazit: Viele Aspekte und Richtungen sind drin, letztlich ist das Resultat aber bleich, unemotional und langweilig!

Rating: ★★☆☆☆

Darkman III – Die Darkman Die

Peyton Westlake (Arnold Vooslo) attackiert und zerschlägt Gangsterbanden um deren Finanzen für seine Forschung nach einem dauerhaften Hauttransplantat zu nutzen. So gerät er auch mir dem brutalen Peter Rooker (Jeff Fahey) aneinander. Im Laufe dieses Kampfes gerät Westlake an Rookers Familie …

Der erste Darkman Film ist ein Klassiker meiner Jugend gewesen den ich endlos oft angeschaut habe weil ich ihn als TV-Aufzeichnung vorliegen hatte – dort spielte noch Liam Neeson den Titelhelden. Die zwei Fortsetzungen die direkt für den Videomarkt produziert wurden habe ich damals nur einmal geschaut und kaum in Erinnerung behalten. Nun habe ich nach über 20 Jahren mal einen zweiten Blick drauf geworfen und muß natürlich zugeben: ein wirklich guter Film ist dies nicht. Aber ein sehr zeitgemäßer und einer der einen absurden Charme besitzt. Daß der Film ab 18 ist kann man bei dem bestehenden Gewaltfaktor nur müde belächeln, die Story ist ein simples Gut gegen Böse Szenario vom Reißbrett. Es ist obendrein etwas irritierend daß Arnold Vosloo als Held auftritt da er eigentlich nur für Schurkenrollen bekannt ist. Aber trotz allem hat der Film mir aus heutiger Sciht gefallen, einfach weil die Musik, die Farbgebung und die Stimmung mich kurzweilig in meine Jugend versetzt haben.

Fazit: Trashiger Unsinn mit düsterer Stimmung und klischeetriefenden Zutaten!

Was gewesen wäre

Nach zweimonatier Beziehung machen Astrid (Christiane Paul) und Paul (Ronald Zehrfeld) einen Kurzurlaub in Budapest. Dabei trifft Astrid auf ihre Jugendliebe Julius (Sebastian Hülk) und durchlebt alte Gefühle ….

Das sind die immer wieder zitierten Stärken des deutschen Films: er mag nicht sehr aufregend, sehr spektakulär und voller Wendungen und Überraschungen sein, aber dafür wirkt er oftmals als habe er das wahre Leben eingefangen. Dies ist so ein Fall. Ein noch frisch verliebtes Paar macht Urlaub, stößt auf die Vergangenheit, verliert sich in Orientierung für die Zukunft und Erinnerung an die Vergangenheit … mehr braucht es nicht. Mit Christiane Paul und Ronald Zerfeld hat man zwei absolut authentische Darsteller, der Film ist kurz, kurzweilig und dialoglastig und die Thematik ist etwas was vermutlich jeder Zuschauer so kennt oder teilweise selbst mitgemacht hat. Dadurch weird er Film nicht aufregender, aber eben „echter“: weil es so ist als könne man mal bei einer emotionalen Krise einer Person zuschauen die letztlich sehr ähnliches durchlebt wie man selbst.

Fazit: Eigentlich frei von großen Momenten, dafür ungemein lebensecht und unaufdringlich gespielt!

Rating: ★★★★☆

Eurovision Song Contest – The Story of Fire Saga

Die abgedrehten Musiker Lars (Will Ferrell) und Sigrit (Rachel McAdams) bekommen die Chance, für ihr Land beim Eurovision Song Contest anzutreten …

Will Ferrell geht zum Eurovision Song Contest … eine Zeile, ein Konzept und ein Film. Und eine endlose Palette an Möglichkeiten wie man das Thema behandeln und angehen könnte. Es könnte eine bissige Mediensatire werden welche die Machenschaften hinter den Kulissen präsentiert, es könnte eine Success Story sein über einen unscheinbaren Typen der seinen Traum verfolgt und ihn erreicht oder ein großes Musical welches die Chance nutzt um ihre Gesangsmomente zu erzeugen … am Ende sit es aber vorrangig eben eine typische Will Ferrell Komödie. Der Mann polarisiert ja schon von Grund auf; man kann ihn echt mögen und witzig oder aber grausam und zum davon laufen finden, daran wird dieser Film hier auch nichts ändern. Da er seine chaotische Figur mit all seinen Marotten anlegt bleibt eine reale, emotionale Bindung an den Hauptcharakter aus, es ist eben eine Lachnummer. Der Film macht zwar ein paar nette Scherze zum Ablauf des GrandPrix, veräppelt ihn aber nicht wirklich böse und man merkt daß im Grunde eine Verbeugung vor dem Event gedacht ist. Und die musikalische Variante wird ganz toll ausgespielt: die Nummern die hier ständig geschmettert werden sind total drüber, aber irgendwie doch so als seien es reale Eventnummern von dort – diese stellen wohl das Highlight dar. Das ist der Film letztzlich wohl nicht, nur eben eine gefällige, etwas überlange Komödie mit typischem Humor, ein paar treffenden Gags und einigen tollen Liedern. Für eine Netflixproduktion definitiv ok.

Fazit: Wenn man den GrandPrix mag gibt einem der Film sicherlich etwas mehr – ansonsten ist es eben die typische Will Ferrell Komödie mit viel Musikbeigabe!
3 Punkte

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=Dz8dBH-cbe0

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

Der Tierarzt Dr. John Dolittle (Robert Downey Jr.) hat zwar die Fähigkeit mit Tieren zu sprechen kommt aber nach dem Tod seiner Frau nicht darüber hinweg und verkriecht sich.Als aber die junge Königin Victoria (Jessie Buckley) von einer Krankheit befallen wird, beginnt Dolittle eine abenteuerliche Reise um ein Heilmittel zu finden …

Dieser Film ist wohl auch durch einige sehr problematische Phasen in der Entwicklung gegangen, aber die Aussicht und der erste Trailer waren gar nicht mal so schlecht: Robert Downey jr. Als abgedrehter Tierarzt der mit Tieren sprechen kann, spielend in einem viktorianischen Zeitalter … das schien klar zu gehen. Deswegen ist es umso erschütternder was dort für ein Film bei herum kommt. Viele der Vorwürfe die ich ihm machen möchte sind im Grunde nicht so schlimm, da es sich um einen Kinderfilm handelt – aber auch dort gibt es welche die albern, aber nicht dumm sind. Das trifft hier nicht zu: Downey jr. Gibt den abgedrehten Spinner dem eine Gang an sprechenden Tieren zur Seite steht, doch weder er noch seine Begleiter strahlen irgendeinen Charme, irgendeine Chemie oder gar Herz aus. Die Story ist eine schlichte Abenteuergeschichte die ok ist, aber nur als Aufhänger für viel Klamauk herhält. Und die Spezialeffekte sind eine merkwürdige Mischung aus extrem gut und sichtbar günstig. Alles in allem keine gute, funktionierende Mischung die maximal für ganz kleine Kinder ein wenig Spaß ergeben dürfte.

Fazit: Sehr viele verschenkte Ansätze in einem überzogenen, unangenehmen Film.

Little Women

Anfang des 19. Jahrhunderts wachsen die March-Schwestern Jo (Saoirse Ronan), Meg (Emma Watson), Amy (Florence Pugh) und Beth (Eliza Scanlen) zusammen auf, entwickeln sich aber in völlig unterschiedliche Richtungen – und werfen gerne einen Blick auf Nachbarsjunge Laurie (Timothée Chalamet) …

Ich bin kein Experte für die Materie, ich habe lediglich die Verfilmung „Betty und ihre Schwestern“ im Jahre 1995 im Kino geschaut, sonst aber keine Verfilmung oder das Buch genossen. Daher erinnerte ich mich lose an einzelne Entwicklungen und kleine Wendungen, aber im Kern habe ich die Geschichte wie zum ersten Mal geschaut. Aber es gibt ja zahlreiche Gründe die den Film interessant machen, vor allem natprlich die Mitweirkenden. Greta Gerwig holt sich nach „Lady Bird“ erneut Saoirse Ronan in die Hauptrolle, des weiteren sind Darstellerinnen wie Laura Dern, Florence Pugh, Emma Watson und Meryl Streep am Start, ebenso wie männliche Schwergewichte wie Timothee Chalamet, Bob Odenkirk und Chris Cooper. Und der Film an sich mag wie ein „Mädchenfilm“ oder „Frauenstreifen“ wirken, weil eigentlich nur die Frauen im Zentrum wirken und es in zahlreichen Momenten leicht und beschwingt zugeht – aber wer sollte was dagegen haben. Der Film bringt das Kusnttück fertig ein handfester Kostümfilm zu sein, auch so auszusehen, aber nicht so angestaubt und lahm zu wirken sondern frisch, beschwingt und belebend. Vermutlich ist das auch zum großen Teil der Verdienst der literarischen Vorlage – trotzdem hat Greta Gerwig eine gute Arbeit geleistet.

Fazit: Emotional, witzig und trotz langer Laufzeit kurweilig und herzlich – großartige Buchverfilmung!

Cats

Die Katzenschar „Jellicle Cats“ trifft sich jedes Jahr auf dem „Jellicle Ball“ der auf einer Müllkippe in London stattfindet. So kommen sie zusammen und erzählen ihre Geschichten …

Ich habe diesen Film im Kino verpasst und m Nachhinein zu Hause nachgeholt. Dadurch hatte ich allerdings auch keine Möglichkeit mehr ihn unvoreingenommen anzuschauen. Ich habe im Vorfeld von endlos vielen Stellen gehört daß dies der schlechteste Film in Jahren sei – allerdings nicht so humorvoll daneben, sondern ein totales Desaster. Kann ich nach dem „Durchleiden“ auch nur so unterscheiden. Fairerweise sei gesagt: der Film hatte mit 95 Millionen durchaus ein hohes Budget und setzt dies in epischen Kulissen und vielen Effekten um. Allerdings ist es unfassbar in welche Richtung sich diese dann entwickeln: diese befremdlichen Hybriden aus Menschen und Katzen erlauben zu keiner Zeit daß man irgendwie emotional anknüpft. Die Lieder sind natürlich subjektiv anzusehen, wirken auf mich wie eine Endlosrevue lauten Gedudels welches wie ein langweiliger Ton durchzieht ohne daß etwas hängen bleibt. Ich denke mal daß die deutsche Fassung diesen Effekt noch verstärkt hat. Und darstellerisch zieht hier ein Star nach dem anderen durchs Bild und mit jedem die Frage: was denkt er oder sie sich dabei? Wie hat man diesen Darsteller nur dazu bekommen da mitzuwirken? Und wie konnte so ein verdrehter Murks jemals produziert werden?

Fazit: Quälend langweilige Singnummer mit befremdlichen Figuren und endloser Langeweile!

Rating: ★★☆☆☆

Bombshell – Das Ende des Schweigens

Journalistin  Megyn Kelly (Charlize Theron), die Moderatorin  Gretchen Carlson (Nicole Kidman) und News-Produzentin  Kayla Pospisil (Margot Robbie) arbeiten bei Fox News. Als der Chef Roger Ailes (John Lithgow) zudringlich wird bringen die Frauen dies an die Öffentlichkeit woraufhin sich weitere Frauen melden …

Es ist eigentlich eine lobenswerte Sache, wenn man einen realen Fall auf diese Weise entsprechend aufbereitet. Leider bin ich dabei extrem skeptisch da hier offen zugegeben wird daß es ein wahrer Fall ist der aber mit fiktiven Elementen und dramaturgischen Zuspitzungen angereichert ist. Daher bleibe ich stets ratlos weil ich mich frage: was ist zugefügt, was ist echt? Aber gut, es geht wohl nicht um jeden Handgriff, sondern um die gesamte Situation bzw. eine Art Einblick hinter die Kulissen. Gemäß dieses Eindrucks kann man wohl froh sein nie bei Fox gearbeitet zu haben: es wird gezeigt wie hier ein frauenfeindliches Arbeitsumfeld besteht und geschaffen wird welches sich in alle Arten von Alltagsmomenten und bis ins Private auswirkt. Präsentiert wird dies durch drei Powerfrauen in den Hauptrollen: mit Charlize Theron, Margot Robbie und Nicole Kidman hat man drei zugkräftige Gesichter auf dem Filmplakat. Leider überträgt sich die kalte Stimmung die an diesem Arbeitsplatz geherrscht haben muß auf die Figuren und die Darstellungen. Man kann natürlich verstehen wie schlimm die Lage dort ist, ebenso ist die Wut der Figuren nachvollziehbar und griffig, aber leider bekomme ich keinen emotionalen Zugang zu den Hauptcharakteren. Daß mag aber ein persönlicher Punkt sein und bei anderen besser funktionieren. Letztlich ist dieser Film trotzdem sehr wichtig, da er die Aufmerksamkeit auf ein wichtiges, unhaltbares Thema lenkt.

Fazit: Starbesetzt und emotional unterkühlt – trotzdem ein wichtiger Aufschrei!

Vox Lux

Eine Tragödie zerstört das Leben von Celeste (Raffey Cassidy / Nathalie Portman) – aber nachdem sie bei einer Trauerfeier singt steigt sie dadurch zum Popstar auf. Nachdem sie ein Skandal zu Boden wirft will sie sich aber mit einem neuen Album nach oben durchkämpfen …

Irgendwie war alles was mit diesem Film zu tun hatte merkwürdig – das fing schon an mit seiner Verfügbarkeit; da er im Amazon Streaming Angebot nicht erhältlich war, im von mir genutzten DVD Versand aber schon. Und sobald es losging hatte ich auch permanent die Frage im Kopf: was soll das, was schaue ich da, worum geht es? Das wurde mir bis zum Ende nicht so wirklich eindeutig klar. Die merkwürdige Musik, die Farbgebung und sonstige Aufmachung ließ es wirken als würde ich einen Kunstfilm schauen. Inhaltlich legt er sich nicht auf ein Thema fest: es geht um einen Amoklauf und das Überleben eben jenes, dann folgt die Biographie und der Aufstieg eines Popstars und dann deren Umgang mit einem schlimmen Vorfall, viele Jahre später bis hin zu einem lauten Konzertfinish – als das bleischwer kommentiert von einem Sprecher. Wirklich populär und spektakulär ist der finale Film nicht wahrgenommen worden, zumal er am Ende eigentlich nur eins ist: ein Megavehikel für Natalie Portmann. Die liefert sowohl in Dialogphasen wie auch in den Konzertmomenten eine sagenhafte Performance – leider liefert mir der Film einfach keinen Grund dafür.

Fazit: Mehrere Themen streifender, unentschlossener Film den Natalie Portmann solide trägt!