Project Power

Eine neue Designerdroge ist auf den Straße von New Orleans und bereitet dem konsumenten ugneahnte Fähigkeiten. Ex-Soldat Art (Jamie Foxx) will den Lieferanten das Handwerk legen nachdem seine Tochter dadurch in Gefahr gerät …

Der Titel „Project Power“ klingt als habe ein zehnjähriger ein Drehbuch verfasst, es handelt sich aber um eine Netflix Neuveröffentlichung. Eine die durchaus ein paar Pluspunkte an den Start bringt, dazu zählen so namhafte Darsteller wie Joseph Gordon Levitt und Jamie Foxx, aber auch eine tolle Grundidee: es geht um eine Droge die bei den Konsumenten Superkräfte freisetzt, allerdings nur für 5 Minuten und man weiß nicht worin diese besteht. Leider wird dies nur als Hintergrund genutzt um eine konventionelle Geschichte eines Mannes zu erzählen der seine verschwundene Tochter sucht, parallel dazu laufen ein paar Handlungen die z.B. um einen Polizisten im Drogensumpf gehen. Die Funktion der Droge wird regelmäßig dramaturgisch genutzt, wenn Gegner diese schnell einnehmen, zu einer Gefahr mutieren und dann eine coole Kampfsequenz folgt. Davon hat der Film einige und diese sind es wohl auch die ihn etwas aus dem Durchschnitt heben. Sonst ist da nicht viel: eine konventionelle Story, solide Darsteller und Charaktere mit denen man nicht wirklich anknüpfen kann sind halt insgesamt etwas wenig.

Fazit: Inhaltlich sehr geradlinig und konventionell, auf optischer Ebene mit einigen Highlights!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=IRKPSaDQi3s

Ruf der Wildnis

Während des Goldrauschs der 1860er wirdHaushund Buck aus seinem Zuhause gestohlen und als Schlittenhund in Alaska eingesetzt. Er gelangt an den raubeinigen John Thornton (Harrison Ford) und wird zu zu einem Hund der nur noch auf seine Instinkte hört …

Harrison kommt auf den Hund? Das würde der Trailer gerne vermitteln, eine Mensch / Tier Freundschaft in welcher Harrison Ford als netter, alter Haudegen mit einem Hund fröhlich durch die Prärie zieht … kommt abre leider nicht so hin. Der Film ist anderthalb Stunden lang und Ford tritt erst nach der Hälfte so richtig auf und nimmt sich des Hundes an. Bis dahin ist es ein auf das Tier ausgerichtetes Ding da erzählt wie ein aus reichem Hause stammender Hund von Herrchen zu Herrchen weitergereicht wird, Abenteuer erlebt und nach und nach erwachsen wird. Daran ist nicht viel verkehrt, man kann sich aber an ein paar Details stören. Vor allem natürlich die Aufmachung des Hundes der ein digitales Geschöpf aus dem Computer ist. Das sieht zwar fotorealistisch und toll aus, aber man erkennt eben doch immer mal wieder daß es kein lebender, echter Hund ist; ebenso sind große Teile des Film im Studio und nicht wirklich in der freien Natur entstanden was einen Hauch der Künstlichkeit nach sich zieht. Am Ende ist das für mache Zuschauer sicherlich eine große Mogelpackung, andere werden das relativ entspannt genießen können. Als einfacher Abenteuerfilm ist es sicherlich in Ordnung, als Verfilmung eines Literaturklassikers überraschend zahm.

Fazit: Unscheinbare Abenteuergeschichte mit gewisser Kurzweil und künstlichem CGI Look.

Candyman 3 – Der Tag der Toten

Caroline McKeever (Donna D’Errico) hört die Saga des Candymans den man angeblich rufen kann indem man seinen Namen fünfmal in einen Spiegel spricht. Als sie dies tut passieren furchtbare Bluttaten in ihrer Umgebung – und sie scheint den Alptraum nur mit Hilfe einer Wahrsagerin besiegen zu können …

Die Candyman Reihe hat zwar nicht den Stellenwert und Kultfaktor erreicht den ein „Freddy Krüger“ oder Michael Myers geschafft hat, aber immerhin gibt’s drei Filme und ein Remake. Obendrein ist der Film „treu“ bei seiner Hauptfigur bzw. dem Darsteller Tony Todd, der das feste Gesicht der Figur ist. Weniger fest ist die Reihe bei den sonstigen Figuren, daher rückt im dritten Film erneut eine neue Person bzw. Frau in den Fokus. Diesmal ist es „Baywatch“ Nixe Donna D’Ericco die mit dem Hakenmann verwandet ist und eher durch Zufall das ganze Gematsche von vorne lostritt. Damit ist alles in trockenen Tüchern und auf der alten Bahn: die Story ist totaler Käse und führt nirgendwo hin, sie reiht einfach nur gruselige und blutige Szenen aneinander in denen eben Tony Todd auftreten und meucheln darf. Das ist stellenweise spannend, hier und da erschreckend und ebenso an vielen Stellen einfach nur absurd. Aus heutiger Sicht kann man an die Nummer wohl nur mit etwas Nostalgie herangehen.

Fazit: Blutiger Quatsch der in manchen Momenten immerhin stark atmosphärisch ausfällt.

Rating: ★★☆☆☆

Queen & Slim

Ein Tinder-Date führt Slim (Daniel Kaluuya) und Queen (Jodie Turner Smith) zusammen. Als sie in Notwehr einen Polizisten töten fliehen sie und sind fortan auf der Flucht. Leider bekommen sie ungeahnte Medienpräsenz …

Es  bedarf nur eines schlechten Tages, in diesem Falle eine Verkehrskontrolle, damit dein Leben wie es war endet. Das ist für mich die größte Stärke des Films: wie die beiden Hauptfigur ohne jede Schuld und eigenes Zutun in die Bredouille geraten, aus dem Nichts kommend und unverdient. Das packt und macht entsetzt, selbst wenn die weibliche Hauptfigur mir recht unsympathisch war, im Gegenzug ist mir Daniel Kaluuya aus „Widows“ noch als der Satan in Menschengestalt in Erinnerung und überrascht mich damit wie nett und gutherzig er hier daher kommt. Dabei erlangt der Film durch die George Floyd Proteste im Sommer 2020 ungewollte Aktualität, wobei sein Thema ja auch in Filmen wie „The Hate you give“ bearbeitet wurde. Hier beginnt der Film allerdings sehr stark und fährt dann einen Gang runter – bei einer Lauflänge von 130 Minuten mit diesem Thema sind wir doch recht lange einfach nur mit den beiden Protagonisten unterwegs die eine ungewollte Zwangsgemeinschaft bilden müssen und auf der Flucht irgendwie versuchen einen „ruhigen“ und halbwegs sicheren Hafen zu erreichen. Das ist durch gute Dialoge und ein unverkrampftes Erzählen zwar nicht spektakulär, aber gefühlvoll und liefert einige emotionale Momente. Alles was man aber an „Langeweile“ empfinden könnte wird durch das Finale wieder ausgeglichen – es ist nicht so sehr was passiert, sondern wie heftig es gezeigt, präsentiert  und dargeboten wird und wie gefühlvoll der Film dies dann in den Abspann bringt. Auch wenn ich an manchen Stellen nicht weiß wie stark das Treiben der Polizisten filmisch übertrieben sein könnte.

Fazit: Etwas überlanges Roadmovie mit brisantem Hintergrund und emotionalem Finish!

Little Joe – Glück ist ein Geschäft

Alice (Emily Beecham) arbeitet in einem Gewächshaus liebt und zieht ihren Sohn Joe (Kit Connor) auf. Sie entdeckt eine Pflanze die ihr Umfeld durch den Geruch glücklich machen kann und nimmt eine davon mit nach Hause – was furchtbare Konsequenzen hat …

Ich kam mit dem Grundton des Films nicht so recht klar: die Story über eine Pflanzenzüchterin die eine Pflanze mit therapeutischen Fähigkeiten nach Hause bringt und seltsame Veränderungen an ihrem Sohn bemerkt hätte märchenhaft ausfallen können, dazu passten auch die Bilder und die merkwürdige Farbgebung. Die Geschichte bleibt in ihrem Kern aber sehr ernsthaft und nimmt ihren Kern sehr für voll, das würde auch eine gute Basis für einen Horrorfilm hergeben. Leider nehmen mir der Look und die sehr spezielle Musikauswahl die Möglichkeit eine gruslige Empfindung aufzubringen. Was bleibt ist ein sehr britischer Film der stellenweise wie ein TV Film ausschaut und eine sehr präsente Emily Beecham, welche die Hauptfigur mit starkem Ausdruck verkörpert. Trotzdem ist dies kein rechtes „Kinomaterial“, mehr ein spezieller Sci Fi Film mit TV Look den vielleicht Fans von „Dr. Who“ etwas eher zu schätzen wissen.

Fazit: Sehr eigener Genreklon der nicht so recht in eine bestimmte Richtung geht; mit Emily Beecham aber eine herausragende Hauptfigur hat!

Abikalypse

Die Außenseitere Musti (Reza Brojerdi), Hannah (Lea van Acken), Yannick (Jerry Hoffmann) und Tom (Lucas Reiber) haben einander geholfen durch die für sie schwere Schulzeit zu kommen. Als der Abschlußball ihrer Schule ausfallen soll kündigen die vier an selbst eine Feier zu veranstalten – leider droht ihnen das Porjekt über den Kopf zu wachsen …

Der Film hat im Trailer mal wieder den Schwerpunkt falsch gesetzt. Es sieht dort nämlich aus als sei dies eine Klamotte über ein paar Außenseiter die eigenmächtig einen Abiball organisieren. Das kommt so natürlich im Film vor, ist aber eben nicht der Dreh und Angelpunkt. Es stehen die Außenseiter im Zentrum die wir als Zuschauer recht klar vorgeführt bekommen und eben dieses Dilemma verstehen: sie sind eigentlich sehr in Ordnung, aber trotzdem werden sie von ihrem Umfeld gemieden. Man bekommt mit wie Geltungsdrang und der Wunsch nach Beliebtheit die Szenerie bestimmen und im Zuge dessen wird auch das Thema soziale Medien sehr üppig beleuchtet. Bestes Beispiel ist eine Szene in der bei einer Party ein Wettbewerb abgehalten wird bei dem die Teilnehmer in möglichst kurzer Zeit ein Instagram Bild mit möglichst viel Likes erreichen müssen. Und generell ist der Dramaanteil des Films überraschend hoch, da es eben um Freundschaften geht, eine Beziehung bei welcher der Status ungeklärt ist ob es Freundschaft oder Liebe ist und daraus einige bittere Momente entsprechen. Ich selber habe nur ein Sympathieproblem mit ein paar der Hauptfiguren – das ändert aber am Gesamteindruck nicht. Nämlich daß ein deutscher Film ein übersteigertes Problem aufbauen kann, damit aber sehr wohl eine ernsthafte Geschichte und dramatische Szenen erreicht. Blöd nur wenn jemand den Film unter falscher Voraussetzung schaut.

Fazit: Mehr dem Drama als der Komödie zugewandt – auf diesem Wege aber mit manchen großartigen Momente!
Rating: ★★★☆☆

The Professor

Professor Richard (Johnny Depp) hat zwar die Nase voll von seinem verkorksten Leben, trotzdem trifft ihn die Information daßer Krebs und kaum noch Lebenszeit hat schwer. Also will er seine letzte Zeit auskosten was vorrangig in Alkohol und Drogenexzessen passiert …

Das muß man wohl trennen: Johnny Depp hatte eine Zeit in der er als absoluter Kassenmagnet galt, leider überreizte er seine typische und irre Darstellungsweise und geriet durch einiges Fehlverhalten in die Schlagzeilen. Das bedeutet aber letztlich daß bei einem kleinen Film wie diesem hier der Fokus mehr auf ihm als Person denn auf dem Film liegt. Das ist schade, denn der steht für sich obwohl er ein altbekanntes Thema erzählt: ein müder Professor erfährt daß er Krebs hat und beginnt sein Umfeld mit radikalem und ehrlichem Verhalten zu konfrontieren da er ja nichts mehr zu verlieren hat. Das alles geht nicht wirklich in eine furchtbare, dramatische Tiefe sondern legt sich mehr auf den humorigen Szene fest. Dabei entstehen auch durchaus einige amüsante, witzige und erfrischende Szenen, allerdings merkt man irgendwann daß der Film nicht so wahnsinnig viel mehr zu erzählen hat. Letztlich ist die Hauptattraktion einfach ein launiger Johnny Depp der den Zuschauer und sein Umfeld verblüfft. Wem das reicht, der soll mal zuschauen.

Fazit: Sterbedrama welches einen eigenartigen Schwerpunkt auf Komik setzt!

Rating: ★★★☆☆

Auerhaus

Höppner (Damian Hardung), Frieder (Max von der Groeben), Vera (Luna Wendler) und Cäcilia (Devrim Lingnau) gründen in einem kleinen Dorf eine Schüler WG, vorrangig um den depressiven Frieder vom Selbstmord abzuhalten. Mit der Pyromanin Pauline (Ada Philine Stappenbeck) stößt bald ein weiterer Krisenherd zu der Gruppe …

Hier bin ich wie so oft etwas aufgeschmissen da es eine Buchverfilmung ist bei der ich die Vorlage nicht gelesen habe. Trotzdem kann ich sagen daß es einen großen filmischen Imagewechsel beeinhaltet: Max von der Groeben hat in zahlreichen Filmen den Vollproleten gegeben und ist insbesondere durch die „Fack ju Ghoete“ Filme bekannt und soll hier nun der tragende Part eines ernsthaften Jugedramas sein? Klingt unpassend, aber es funktioniert. Der Film bringt auf glaubhafte Weise das Jahr 1983 auf die Leinwand und erzählt die Geschichte einiger Jugendlicher die in einem Haus zusammenleben wobei eben einer von ihnen hochgradig selbstmordgefährdet ist. Das ist eine Story die ohne große Schauwerte und eigentlich ohne spektakuläre Momente auskommt – dafür mit einem sensiblen, soliden und glaubhaften Grundton aufwartet. Gerade dadurch trifft der Film und seine letzten Minuten ungemein gut und auch in den Magen. Wie sehr dies dem Buch entspricht kann ich aber nicht bewerten.

Fazit: Ruhig und unauffällig, aber mit sensiblem Grundton und authentischen Darsterllern!

Rating: ★★★★☆

Emma

Emma Woodhouse (Anya Taylor-Joy) ist hübsch, klug und aus gutem Hause. Obendrein ist sie eine leidenschaftliche Kupplerin – allerdings findet sie für sich selbst die Liebe nicht. Allerdings ist das was sie sducht direkt in ihrer Nähe …

Dieser Film war wohl für eine Sache relevant für die er gar nichts konnte: als die Corona Pandemie begann und die Kinos geschlossen wurden war er gerade angelaufen und wurde zu einem der ersten Filme die man ab sofort auch im VoD nach Hause holen konnte – zu einem höheren Preis. Dies war bei „Trolls 2“ recht erfolgreich, im Falle von Emma blieb ein großér Erfolg bei dieser Ma0nahme wohl aus. Das kann man allerdings verstehen da dies ein Film ist der sich an eine bestimmte Zuschauerschaft richtet: Liebhaber von Literaturverfilmungen und eben Fans der VORlage an sich. Diese wurde ja zahlreich in Serien und Filmform aufgearbeitet – worzu also noch eine Version Nun, immerhin bietet sie einige neue Ideen. Der Plot und die Verstrickungen bleiben soweit gleich, was aber fehlt ist die komplette „Überzuckerung“ bei der Inszenierung. Trotz netten Austattungen und prächtigen Kostümen wirkt es irgendwie geerdet und durch die leicht reduzierten Farben kommt es viel weniger wie ein Hochglanz-Schmalzfilm daher. Obendrein gibt Ana Tylor Joy eine sehr mögenswerte und zeitgmeäßte Version der Figur wieder. Insofern: man kann den Film mit Vorkenntnissen schauen und wird gleichermaßen neues wie vertrautes finden.

Fazit: Solide Verfilmung mit einigen neuen und bewährten, alten Elementen!

The Kissing Booth 2

Nach einem wundervollen Sommer den Elle (Joey King) mit ihrem Freund Noah (Jakob Elordi) verbracht hat geht dieser aufs College. Während sie bemührt ist ihre Zusage fürs College zu erarbeiten trifft sie auf den attraktiven Marco (Taylor Zakhar Perez) …

Über den Film kann ich mit über 40 schnell urteilen: eine banale, mich nicht mehr betreffende oder „erreichende“ High School Nummer. Aber ich muß auch Fairness dazu geben: der erste Film war im Jahre 2018 ein kleiner Sensationshit auf Netflix was wohl darauf fußt daß sich viele davon echt angesprochen gefühlt haben. Besonders beeindruckend ist daß es auf einem Buch fußt welches von einer 17 jährigen geschrieben wurde, man kann also festlegen daß die Sorgen, Gedanken und Dinge die hier von Jugendlichen gezeigt wurden durchaus mit denkbaren, realen Szenarien überein gehen. Nun also gibt’s das Sequel welches alle Bausteine ankarrt die man erwarten kann: die Hauptfigur führt eine Fernbeziehung was aber problematisch ist, fasst kleine Indizien direkt als Katastrophe auf, es geht um Kommunikation mit anderen (etwa daß sie dem besten Freund zur Last fällt), der Frage wo es in ihrer Zukunft hin gehen soll … alles also bekannte Versatzstücke. Diese werden aber ruhig, entspannt und fern von Klamauk präsentiert, leider über eine etwas zu epische Lauflänge von 130 Minuten. Für jemanden wie mich bleibt das alles uninteressant, als spaßiger und leicht emotionaler Film für jüngere Zuschauer kann man nicht klagen.

Fazit: Gar nicht so dumm, sondern mitunter sehr emotionaler Mix aus bekannten Versatzstücken!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=yX823iUrVDM