The Trial of the Chicago 7

Im Chicago des Jahres 1968 kommt es zu zunächst friedlichen Demonstrationen die schlie0lich in Krawall ausarten. Sieben Beteiligte werden festgenommen, als Schuldige dargestellt und müssen durch einen monatelangen Gerichtsalptraum …

Man kann am Namen des Regisseurs  ableiten was man hier zu erwarten hat: der Film ist von Aaron Sorkin, von dem ach Serien wie „West Wing“ oder „Newsroom“ stammen und Filme wie „Mollys Game“. Sorkin hat ein Talent dafür komplexe Sachverhalte in unterhaltsame Filme zu packen und im weitersten Sinne auch sehr verständlich zu machen. Allerdings sind dabei die Schauwerte nicht hoch, sie bestehen eigentlich immer Aus Personen, meist Anzugträger, die in Räumen sitzen und reden. Da dies ein gerichtsfilm ist sieht das hier nicht anders aus. Der Film folgt einem aufwendigen Gerichtsprozess und beleuchtet mit Rückblenden die Ereignisse auf welche die Verhandlung sich bezieht. Man muß wohl der Typ für Gerichtsfilme sein da ich auch gut verstehen kann wenn man diese Sparte eher langweilig findet.  Beim vorliegenden hat man einige prominente Gesichter in langen Verhandlungsszenen sowie vereinzelte kleine Lacher die aber nicht wirklich komödiantisch gemeint sind, sondern durch das ungehobelte Auftreten von Sacha Baron Coen Figur kommt. Wenn man sich in die Thematik reinfinden kann dürften diese knapp zwei Stunden wie im Flug vergehen.

Fazit: Sperrige Geschichte in unverkrampfter Form präsentiert!

Rating: ★★★★☆

Mein Liebhaber, der Esel und Ich

Die Lehrerin Antoinette (Laure Calamy) hat ein Verhältnis mit Vladimir (Benjamin Lavernhe) der auch der Vater einer Schülerin ist. Als dieser ihr den gemeinsamen Sommerurlaub verweigert und statt dessen mit seiner Familie verreist folgt Antoinette einfach der Familie …

Ein Film der zahlreiche Möglichkeiten ha, aber sich zu jeder Zeit Genre und Richtung verweigert und nichts was er anfängt wirklich zu Ende bringt. Es geht um eine Frau die ihrm Liebhaber und dessen Familie in den Urlaub folgt – das könnte Stoff für einen Psychothriller sein. Dann hat man die Dame wie sie auf der Wiese steht und mit einem störrischen Esel nicht klarkommt – könnte Komödie sein. Dann trifft sie auf den Mann und ihre Familie – könnte eine Eifersuchtsklamotte werden. Aber letztlich spielt der Film damit alle Richtungen kurz anzudeuten und dann in andere fortzuschreiten. Das gilt insbesondere bei den zahlreichen Nebencharakteren die ihr im Wandertrubel begegnen. Manche kehren wieder, manche verschwinden ohne etwas zur Handlung beizusteuern. Aber letztlich ist das wohl die Stärke: es gibt viele, kleine Einzelmomente mit netten Begegnungen, sympathischen Dialogen und wunderschöne Landschaftsaufnahmen. Ebenso verzichtet der Film auf eben jene Hysterie die in vielen anderen französischen Film mit Humor verwechselt wurde.

Fazit: Wanderfilm der quer durch Aspekte diverser Genres stapft, aber irgendwie Herz hat!
Rating: ★★★☆☆

I’m thinkinh of ending things

Jake (Jesse Plemons) und seine neue Freundin (Jessie Buckley) reisen nach sechswöchiger Beziehung einem kalten Wintertag zu Jakes Eltern (Toni Collette und David Thewlis). Während der Fahrt wächst plötzlich der Wunsch die Beziehung zu beenden …

Ich habe immer gerne zugegeben wenn mich ein Film überfordert hat oder mir nichts gegeben hat. Dies ist so ein Fall bei dem es auch noch besonders schade ist: vieles daran ist beeindruckend. Aber es war wohl klar daß ich mit einer Regiearbeit von Charlie Kaufmann nicht klarkomme. Und viele andere auch nicht da dies ein Titel ist der mit Verwirrung und ohne klare Linie arbeitet. Im Kern besucht ein paar die Eltern, in der Praxis mischen sich schnell absurde Wendungen, Wechsel, Ideen und Dialoge dazu und es dauert nicht lange bis es das erste Fantasy Element gibt. Ab einem bestimmten Punkt hatte ich den Eindruck daß Kaufman sich hier ein filmisches Freiticket gelöst hat um einfach machen zu können was er will. So ist es wohl nicht, es ist eine Buchverfilmung und eigentlich hat alles was passiert einen Grund – ich sehe es nur nicht. SO eindrucksvoll und intensiv wie alles ausfällt, wie großartig atmosphärisch das alles ein mag – mich machte es nur wütend weil ich mich vorgeführt fühlte.

Fazit: Absurder Trip in absolut alles Mögliche!

Fantasy Island

Der Millionär Mr. Roarke (Michael Pena) hat abseits der Zivilisation das Fantasy Island errichtet in dem zahlende Kunden alle Wünsche erfüllt bekommen. Recht schnell wird einer dortigen Gruppe aber klar daß sie sich in Gefahr befinden und ihre Wünsche tödliche Folgen haben können …

Ich hatte keine Möglichkeit diesen Film unvoreingenommen zu sehen. Der Trailer sah sehr passabel aus, dann aber kamen die Kritiken die ihn restlos zerfetzten. Als ich ihn mir anschaute rechnete ich somit mit einer unfassbaren Vollkatastrophe. Und diese bekam ich einfach nicht. Ich akzeptiere daß dieser Film extrem dumm ist, schwachsinnig ist und keinen Sinn macht, ebenso verstehe ich es nur bedingt warum eine eher leicht angehauchte Fernsehserie hier zum Horrorfilm verarbeitet wird. Aber im Rahmen der Umstände, mit ausgeschaltetem Hirn vor allem, habe ich mich nicht gelangweilt. Ein paar Deppen die auf einer Insel Fantasien ausleben die dann in blanke Gewalt und ein Fantasy-Finish münden – eigentlich war dabei doch alles kurzweilig und ok?`DIe Darsteller, die Kills und auch das bunte Inselflair tun doch ihren Dienst.

Fazit: Kein wahres Highlight, aber all den Hass gegen diesen Film verstehe ich nicht.

Hubie Halloween

Hubie Dubois (Adam Sandler) ist zwar ein lieber Mensch, aber ein verlachter Außenseiter in seiner Heimatstadt Salem. Als es an Halloween zu merkwürdigen Vorfällen kommt kann Hubiue sich beweisen …

Einfach nur „der Nächste“: Adam Sandler haut weiterhin jährlich einen Film für Netflix raus in dem alle vertrauten Elemente enthalten sind, die Überraschung besteht wohl darin wie stark sie ausgeprägt sind. Vorrangig besteht das in Sandlers Figur der wieder mal der spleenige, komische Außenseiter mit dem Herzen aus Gold sit der in einer unheimlichen Halloween Nacht zum Helden für alle wird. Sandler kann durchaus Figuren geben die Warmherzigkeit besitzen oder aber absurde Chaoten die außer Slapstick nichts bringen – und dieser Hubie ist wieder mal die letzte Variante. Bereits in der Eröffnungsszene darf er übermenschliche Kräfte zeigen, beim Fahrradfahren aus seiner Suppe trinken und unmenschlich kotzen – und ebenso gibt es zahlreiche andere Sequenzen die jede Möglichkeit zum Klamauk bis aufs äußerste ausreizen. Wie so oft kommen ihm verbandelte Darsteller in Nebenrollen ins Bild (Kevin James, Steve Buscemi, Rob Schneider); wie immer darf er natürlich seine Traumfrau kriegen und natürlich kriegen all die bösen Leute die den armen Hubie triezen zum Ende hin eine Strafe. Der Grusel bleibt dabei auf familientauglichem Ghostbusters Niveau, leider äuft der Film die meiste Zeit über recht „zerfasert“ und liefert nebeneinander ablaufende Szenarien bevor sie immerhin in einer netten Schlußpointe enden. Aber auch dort wird eine eigentlich sehr schöne Szene direkt in den Gaga Modus verwandelt … Sandler Fans kriegen wohl was sie wollen, wer einen „guten Film erwartet macht wohl generell etwas falsch.

Fazit: Trotz ein paar passenden Witzen ist die chaotische Halloween Nummer insbesondere durch den übersteigerten Adam Sandler meist unlustig!

Rating: ★★☆☆☆

Tunnel Rats

1968 scheinen die USA keine Chancen mehr zu haben den Vietnamkrieg zu gewinnen. Einer Gründe sind die kilometerlangen Tunnelsysteme mit denen sie die Amerikaner aus dem Hinterhalt angreifen können. Daher soll Sergeant Vic Hollowborn (Michael Paré) diese Tunnel ausheben …

Hier fällt es natürlich wie so oft leicht zu urteilen da es ein Uwe Boll Film ist. Aber einer den er mit einigen Ambitionen und einer ehrlichen Absicht gedreht hat. Boll wollte hier seinen eigenen, großen Vietnam Film drehen, hatte aber wohl kaum die Möglichkeiten und das Budget um diversen großen Vorbildern nachzueifern. Aber es stimmen dennoch einige Parts, auch wenn man vieles selbst entscheiden muß. War es ratsam die Darsteller selbst ihre Figuren festlegen zu lassen oder war das faul? Ich finde daß dadurch die Szenen bevor das Gemetzel startet zwar authentisch, aber nicht besonders interessant wirken. Wenn die Soldaten dann in den Tunnel kriechen und auf klaustrophobischer Ebene gekämpft wird reihen sich zahlreiche extreme Gewaltakte aneinander und es kommt entsprechende Spannung auf, bis hin zum Boll-typischen Brutalo Ende. Die Action stimmt im Rahmen der Möglichkeiten und es gibt zahlreiche fiese Morde – zur reinen Bespaßung schaut man sowas nicht. Und stellt dabei fest: mit ernsthaften Absichten war Bol durchaus in der Lage solides Material zu erzeugen.

Fazit: Spannend und ultrabrutal, aber nur eingeschränkten Inszenierungsmöglichkeiten!

Peninsula

Vier Jahre nach der Zombie Apokalypse soll der Soldat Jung-seok (Gang Dong-won) mit einigen anderen nach Seoul zurückkehren um dort einen LKW mit Geld zu stehlen. Auf der isolierten Halbinsel gibt es jedoch nicht nur Zombies, sondern auch diverse Überlebende die sich untereinander bekriegen …

Train to Busan ist einer der Filme die ich mir immer schon vorgenommen hatte, aber bislang nicht sehen konnte – nun gelangte mir durch Zufall die Fortsetzung vor die Nase. Ich konnte daher den Film nur für sich sehen,was aber gut möglich war: das Szenario einer Welt in der durch Zombies alles zum Stillstand gekommen ist konnte ich mir entsprechend ableiten und auf dieser Basis erzählt der Film eine recht konventionelle Story über eine Stadt in der sich diverse Parteien bekriegen und immer mal wieder Zombies auftauchen. Dabei macht der Film vieles richtig: es gibt zwar keine klare Hauptfigur weil die Story sich auf verschiedene Szenarien verteilt, die entsprechenden Charaktere funktionieren aber bestens, es gibt eine Menge Action (die aber mitunter etwas übertreibt), überraschende Ableben einiger Figuren und stellenweise echt hohe Spannung. Klar, man hat alles hiervon schon mal gesehen, aber mal kann nicht klagen wenn die Komponenten so ordentlich vermischt werden.

Fazit: Solider Zombiehorror mit hohem Actionanteil!
Rating: ★★★★☆

Adaptation

Drehbuchschreiber Charlie Kaufmann (Nicolas Cage) hat zwar mit „Being John Malkovich“ einen Hit geschaffen, leidet aber unter einer Schreibblockade und mangelhaftem Selbstvertrauen. Als er ein Buch namens „Der Orchideendieb“ adaptieren soll beginnt er mit seinem Bruder Donald (Nicolas Cage) der Autorin nachzuspionieren …

Ich bin vor 18 Jahren mit großer Neugier und Vorfreude an diesen Film herangegangen, was wohl in erster Linie an Nicolas Cage in einer Doppelrolle gelegen hat. Damals war ich vom Film vollkommen enttäuscht, nun habe ich es mit einer zweiten Runde versucht und mein Urteil fällt zwar milder aus, aber immer noch nicht wirklich gut. Es werden hier interessante Themen verarbeitet: eine bizarre Lebensgeschichte eines Rauhbeins, eine im Leben verlorene Journalistin die aus ihrer Welt ausbrechen soll und ein verklemmter Mann der versucht etwas in Drehbuchform zu pressen was nicht funktioniert. Klar, Cage kann sowas spielen, erst Recht in einer Doppelrolle, ebenso ist es ein Vergnügen Meryll Streep und Chris Cooper in ihren Parts zu sehen. Leider findet der Film für mich keinen guten Schwerpunkt sondern verliert sich restlos in seinen vielen Rückblenden und Handlungsverläufen de einen schnell raus werfen können. Das ist immernoch hoch interessant und nimmt zum Ende hin einen krassen Verlauf, aber irgendwie hat man hier sehr viele Parts, von Comedy bis Thriller, die einen bleischweren Unterton haben.

Fazit: Überragend gespielt, aber sehr verschachtelt ohne richtigen Schwerpunkt!

Rating: ★★★☆☆

Das Rosenbett

Der introvertierte Florist Lewis Farrell (Christian Slater) sieht die Geschäftsfrau Lisa Walker (Mary Stuart Masterson) weinend in ihrem Fenster stehen und schickt ihr einen Korb mit Blumen – dadurch kommen sich zwei verletzte Seelen zögerlich näher …

In Listen mit romantischen Filmen der 90er ist dieser hier nie zu finden – warum eigentlich? Vielleicht weil er zwar eine ultimative Schmacht und Kitschpackung ist, im Gegensatz zu vielen Genrevertretern aber nicht lustig gemeint ist. Hier treffen zwei geschundene Seelen aufeinander, unter unspektakulären, aber süßen Umständen und friemeln sich langsam zusammen. Überraschungen gibt es nicht und die Hindernisse die der Film aufwirft sind kaum erwähnenswert. Trotzdem erreicht er vielleicht auch heute noch das ein oder andere Herz: eine junge Frau die nicht glaubt daß sie es wert ist geliebt zu werden, ein junger Mann voller Wärme und Unsicherheiten die sich im Leben den richtigen Halt geben, dazu der wundervolle Look auf New York in den 90er Jahren und ganz viele Blumenmetaphern … gibt’s keinerlei Klagen.

Fazit: Unspektakulär und schmalzig, aber dank Musik, Darstellern und Look ein emotionales Highlight!

Being John Malkovich

Craig (John Cusack) ist ein erfolgloser Puppenspieler und seine Frau Lotte (Cameron Diaz) plant aus der Wohnung ein Tierasyl zu machen- So sucht sich Craig einen Bürojob und landet in einem Gebäude welches eine unglaubliche Eigenschaft hat: wenn man durch eine bestimmte Tür schreitet befindet man sich im Bewußtsein von John Malkovich …

Mein versuch mit Charlie Kaufmann Frieden zu schließen: ich sah diesen Film vor 20 Jahren im Kino und kam mit einem langen Gesicht wieder raus weil mir die abgedrehte Nummer einfach zu viel war. Nun schaute ich es nochmal und komme zum Fazit: Liebe werde ich für dieses Werk nicht empfinden, aber sehr viel Respekt. Es gehört schon etwas dazu sich eine solche absurde Welt aufzubauen, bestehend aus komischen Kauzen und eben der völlig verrückten Idee daß man durch die Tür in einem Büroraum in das Bewußtsein einer anderen eprson reisen kann. Dabei ist der Film nicht auf schnelle Lacher aus sondern schwelgt in der Absurdität seiner Figuren und schafft es die gezeigten Dinge wie „normal“ wirken zu lassen. Hinzu kommen vier tolle Hauptdarsteller die ein wunderbares Quartett ergeben. Auch die Entwicklungen, bis hin zum untypischen Ende, sind etwas anderes als man das normalerweise zu sehen bekommt. Mich packt das alles nicht wirklich, aber ich sehe die Kreativität die nötig ist um ein derartiges Skript zu verfassen und auch noch so umzusetzen. Kaufmann Fan werde ich nicht mehr, aber meine Wertschätzung hat er trotzdem.

Fazit: Absurdes Spiel mit unfassbar schrägen Situationen!