Spione Undercover – Eine wilde Verwandlung

Lance Sterling als als Geheimagant schon zahlreiche Male die Welt vor Katastrophen bewahrt wobei ihm die Hilfen von Erfinder Walter (Tom Holland) wertvoller Dienste erwiesen haben. Als Walter und Lance zusammenarbeiten müssen machen ihre unterschiedlichen Charaktere einige Probleme …

Seitdem ich selber Vater geworden bin nehme ich Kinderfilme etwas anders wahr. Ich suche sie weniger nach meinem eigenen Vergnügen ab, sondern mehr nach der Tauglichkeit für Kinder, vor allem meines. Die mache ich aber an diversen Punkten fest – und das ist nicht unbedingt Grusel oder Gewalt, sondern wie albern und dämlich ein Film ausfällt. Und dieser hier kann bei alledem extrem gut bestehen. Klar, in einem Film in dem die titelgebende Verwandlung stetig als „taubiieren“ bezeichnet wird ist Ernsthaftigkeit nicht wirklich zu erwarten. Aber trotzdem ist der Film nicht dumm, sondern liefert seine Bestandteile kindgerecht ab: eine Agentenstory die für Kinder spannend, aber für erwachsene nicht langweilig ist, eine passende Story in der sich der Coole und der Außenseiter zu einem Team zusammenfinden, einen actionlastigen Showdown der nicht übertreibt, aber doch recht gut Gas gibt und eine großartige, technische Umsetzung.

Fazit: Rundherum spaßige Kiste, für Kinder toll, für Erwachsene vergnüglich…

Rating: ★★★★☆

Judy

Judy Garland (Renee Zellweger)dreht seit ihrer Kindheit Filme und ist langsam erschöpft. Doch sie wird vom Studioboss Louis B. Mayer (Richard Cordery): erpresst: entweder, sie dreht weiter oder er läßt ihre Karriere enden. Doch dazu kommen auch noch private Probleme …

Oscar to go -für eine hochklassige Darstellerin ist ein solcher Stoff natürlich wie gemacht. Eine wahre, tragische und bittere Story, eine schillernde Hauptfigur und eine Thematik die in der alten Hollywoodgeschichte verankert ist. Und es treffen diverse Punkte zusammen. Leider kann man nicht sagen wie sehr dieser Film die Wahrheit aufgreift und wo er entsprechend „nachhilft“. Ich denke mal daß die Eckpunkte stimmen, aber man trotzdem darauf geachtet hat daß die Figur tragisch, aber nicht zu negativ dasteht. Darstellerisch ist das großartig, aber total drüber: Zellweger gibt ihre Version einer aufgedrehten Hollywood Diva – als Werk einer Frau die in einer Rolle verschwinden kann ist das top, ob man diese Person aber als angenehm oder interessant empfindet und ihr zwei Stunden durch einen Film folgen mag steht wohl auf eiem ganz anderen Blatt. Und ob es was zu erzählen gibt … es geht wohl vorrangig darum die Hauptfigur als stark und tragisch zu skizzieren, weniger darum ein exaktes Portrait zu malen wie deren Leben verlaufen ist. Als bitteres Drama kommen dann auch wenig freudige Momente auf und der ganze Film strahlt eine große „Schwere“ aus – aber wer auf solche altmodischen Titel oder eben Zellweger steht kann mal einen Blick riskieren.

Fazit: Zwar toll gespielt, aber kaum dramatisch und vorrangig für die Hauptdarstellerin ausgelegt!

Rating: ★★★☆☆

Die Turteltauben

Leilani (Issa Rae) und Jibran (Kumail Nanjiani) geraten durch einen Zufall in eine polizeiliche Ermittlung und stehen recht schnell unter Mordverdacht. Also fliehen sie und müssen unter Lebensgefahr ihre Unschuld beweisen ..

Keine Neuerung des Genres, aber ein stets gut funktionierender Plot: zwei normale Alltagsmenschen geraten durch ungünstige Umstände in eine kriminelle Situation und müssen sich selber aus dem Dreck ziehen. Die Story könnte man als Thriller, als Drama oder als Actionfilm verpacken, in diesem Fall wird eine verdrehte Rom-Com draus in der die beiden betroffenen ein Paar in der Krise sind. Auch daran ist nichts verkehrt, leider schafft man es hier mit Issa Rae und Kumaoil Nanjiani nicht interessante Figuren zu kreieren. Gerade in der deutschen Synchro wirkt Nanjiani wie eine Schlaftablette und spricht seinen Text leblos und tot runter, ein direkter Kontrast zu seiner Rolle aus „Stuber“. Und auch der Krimiplot den die beiden durchlaufen müssen um ihre Unschuld zu beweisen ist ein müdes aneinanderreihen von albernen Situationen deren Highlight eine an „Eyes Wide Shut“ angelehnte Orgienszene ist. Vereinzelt versteckt sich mal ein guter Spruch, vereinzelt klappt mal ein Gag und die romantische Eröffnung ist großartig – aber darüber hinaus läuft der Film durchgehend im Leerlauf, plätschert öde vor sich hin und ist beim Abspann schon gelöscht im Kopf.

Fazit: Passable Idee, müde Umsetzung!

Rating: ★☆☆☆☆

A Rainy Day in New York

Ashleigh (Elle Fanning) und Gatsby (Timothée Chalamet) wollen ein romantisches Wochenende in New York verbringen. Die Pläne werden aber über den Haufen geworfen als Ashleigh spontan den berühmten Regisseur Roland Pollard (Liev Schreiber) interviewen soll …

In einer früheren Zeit hätte Woody Allen sicherlich die Hauptrolle selbst gespielt, die eines chaotischen, intelligenten und Kunst schätzenden Eigenbrötlers mit Beziehungsproblemen. Da dies aus Altersgründen nicht mehr geht springt Timothee Chalamet ein und macht das ganz vorzüglich, umgeben von einigen anderen passablen Akteuren wie Elle Fanning und Liev Schreiber. Aber im Grunde hat man die übliche Trennung es soll einerseits eine romantische Komödie sein über ein Paar das ein romantisches Wochenende in New York wünscht und dem alle möglichen Umstände dazwischen funken, auf der anderen Seite ist es eben ein Woody Allen Film. Das geht dann mit Stimmung, Farbgebung, Dialogtempo und der Abfilmung New Yorks einher. Leider wurde der Film mit den Hintergründen (den erneuten Vorwürfen gegen Allen) belastet. Generell ist dies aber nicht Allens bester, aber auch nicht sein schlimmster Film. Bei der Masse die sein Gesamtwerk umfasst ist auch ein durchschnittliches Werk immer noch sehr sehenswert.

Fazit: Solide Allen Komödie, vollkommen im Durchschnitt!

Rating: ★★★☆☆

Color out of Space – Die FARbe aus dem Weltall

Nathan (Nicolas Cage) und Theresa Gardner Joely Richardson) wollen ein ruhigeres Leben auf einer Farm beginnen. Während der Anfangsarbeiten dort schlägt ein Meteorit ein. Die Folgen sind merkwürdige Farbereignisse die auf Menschen eine bedrohliche Wirkung haben …

Ganz offen gestanden habe ich keien Ahnung von Lovecraft, seiner Gedankenwelt und seinen Werken, mir ist bislang unr der Name, aber kaum ein Werk bewußt untergekommen. Dieser hier ist mir wohl auch in erster Linie wegen des Hauptdarstellers aufgefallen: Nicolas Cage. Die Story ist dabei gleichermaßen sehr schlicht wie auch sehr effektiv: eine außerirdische Macht die wie eine Farbe erscheint lande auf einer Farm und verbreitet etwas nicht greifbares, daß eine Familie und einige andere Leute befällt und dann den ultimativen, puren Wahnsinn auslöst. Dabei ist überraschend welche Haken und Wendungen der Film schlägt, was die inhaltliche Richtung angeht: aus ein wenig Fantasy wird, Grusel, Msytery, Body-Horror bis hin zum puren, effektlastigen Wahnsinn. Das ist ungemein atmosphärisch, effektiv und auch sehr hässlich. Zusammengehalten wird das von einem wie eh und je absolut überdrehten Nicolas Cage der dem ganzen seine typische, trashiges Performance draufdrückt.

Fazit: Volles Paket an vielseitigen Horroraspekten mit einem überragenden Nicolas Cage und viel 80er Jahre Trash!

Bernadette

Bernadette Fox (Cate Blanchett) war einst eine berühmte Architektin und eine gute Frau und Mutter für Mann Elgie (Billy Crudup) und Tochter Bee (Emma Nelson). Nun aber ist sie eine bösartige, ablehnende Frau die sogar mit Nachbarin Audrey (Kristen Wiig) einen nutzlosen Streit um eine Brombeerhecke beginnt …

Ich bin kein ausgemachter Fan von Richard Linklater, habe aber einige Filme von ihm sehr gemocht, allen voran „Dazed und Confused“ und die drei „Before“ Filme. Dieser hier passt dann so garnicht in das typische Linklater Schema, wohl aber in die Filmografie von Cate Blanchett. Sie spielt eine Frau mit psychischen Problemen und schildert reihenweise Szenen und Situationen aus deren chaotischen Alltag. Das mag jetzt wie das ultimative Drama wirken und hat auch einen sehr emotionalen Kern, trotzdem macht der Film viel Spaß. Irgendwie kriegt Blanchett die Kurve hin: ihre Figur ist anstrengend, nervig und eigen, aber trotzdem wird es nicht bitter und bleischwer inszeniert, sondern sie hat die Sympathie des Zuschauers und man glaubt ihr sowohl die verzweifelten Momente mit ihrem Umfeld wie die später im Film passierende Läuterung. Gerade in der letzten halben Stunde geht der Film dann in eine etwas speziellere Richtung die optisch nicht so ganz zum Rest paßt (da macht die Umgebung wohl einiges an GreenScreen Aufnahmen nötig), aber den ganzen Film als ruhiges Drama bestens abrundet. Klar, dies ist nicht wirklich ein „Spaßfilm“, aber eben doch gute, emotionale und doch „leichte“ Unterhaltung.

Fazit: Eigenartig gut funktionierender Mix aus Drama und Komödie, von Cate Blanchett optimal getragen.

The Wrong Missy

Der grundgute Büroangestelle Tim Morris (David Spade) trifft am Flughaffen auf Missy (Molly Sims) und verliebt sich. Fortan führt er eine Textbeziehung mit ihr bis er sie auf eine Firmenreise nach Hawaii einlädt. Dabei erkennt er aber einen Irrtum: die nachrichten hat er versehentlich einer anderen Missy (Lauren Lapkus) geschickt – und mit der hatte er das schlimmste Blind Date seines Lebens …

Der Film ist eine „Happy Madison“ Produktion und erfüllt alle entsprechenden Punkte: es ist ein Drehbuch welches Adam Sandler ohne Probleme hätte machen können, aber wohl aus Zeitgründen einem seiner Buddys überlassen hat, in diesem Falle David Spade. Der durchlebt die durchkonzipierte Handlung ind er ein Büromensch auf ein Firmenwochenende geht, scih ungewollt die falsche Begleitung an die backe hängt und fortan beruflich wie privat durch die spleenige Begleitung genervt fühlt. Eigentlich sind das alles simple Bausteine, aus denen man aber trotzdem einen nette Film basteln könnte. Leider geht dieser hier zu sehr auf Nummer Sicher. Das bedeutet: wann immer eine Szene romantisch oder charmant ausfallen könnte wird statt dessen ein derber Gag hart an oder gleich unter der Gürtellinie abgefeuert, so daß der Zuschauer irgenwie was zu lachen hat. Leider führt das aber auch dazu daß es nur schwer funktioniert wenn wir die Figuren einerseits in vulgären Momenten erleben, auf der anderen Seite aber wirkliche Sympathien entwickeln sollen. Schick gefilmt ist das alles, darstellerisch halt auf dem level einer Kalauerkomödie ok, aber außer einem kurzweiligen Durchlaufen lassen taugt die Nummer wenig.

Fazit: Verzichtet eher auf romantische Parts und setzt mehr auf plumpen Klamauk!

Rating: ★★☆☆☆

Systemsprenger

Benni (Helena Zengel) ist neun Jahre alt und wandert von einer Pflegefamilie zur nächsten da sie an schlimmen Aggressionsschüben leidet. Die letzte Hoffnung ist der Anti-Aggressionstrainer Micha (Albrecht Schuch) …

Dies ist natürlich kein Film den man zum „Spaß“ schaut, sondern ein furchtbarer, harter und krasser Steifen. Er begleitet ein kleines Mädchen daß von psychischen Störungen und unkontrollierbaren Wutattacken gepeinigt wird, wie diese mit ihrer Art ihr Umfeld terrorisiert und wie sie durch das System fällt – alles, was es an Möglichkeiten gibt um einem solchen Kind zu helfen wird probiert und scheitert. Das funktioniert durch das eindringliche Spiel von Helena Zengel unangenehm gut, aber ebenso hat der Film einen durchgehend lebensnahen und realistischen Look. Das wird durch ein ständiges Wexchselbad der Gefühle verstärkt, auf glückliche Momente folgen wieder entsetzliche und ängstliche Szenen und so hilflos viele Personen an manchen Stellen erscheinen so glaubhaft sind sie auch. So verlässt man den Film, insbesondere durch das ungreifbare Ende, mit sehr ramponierter Emotionslage, aber ebenso it dem begeisternden Gefühl was der deutsche Film vermag.

Fazit: Realistisches Bild eines Problemkindes das restlos in den magen schlägt!

Rating: ★★★★☆

Sorry we missed you

Paketbote Ricky (Kris Hitchen) und seine Frau, die Altenpflegerin Abbie (Debbie Honeywood) leiden unter ihren schlechten Arbeitsbedingungen zu denen auch eine ungünstige Situation gehört in der er eine Vorkasse leisten muß. Als er sie bittet ihr Auto zu verkaufen tritt dies einen Teufelskreis los …

Kein Film bei dem man gute Laune bekommt. Regisseur Ken Loach ist Fachmann für Sozialdramen und liefert hier exakt dieses ab: das Portrait einer Familie bei der beide Eltern sich in undankbaren Jobs abrackern, ebenso aber von höhrerer Stelle ausgebeutet werden und im Grunde immer mehr in finanzielle Nöte geraten. Die Frustrationen der Umstände, private Probleme die auch daraus resultieren und Schlaglichter auf ein fieses, menschenverachtendes System und die Unterschicht davon … das ist was diesen Film ausmacht. Das wird zwar von Schauspielern gespielt, könnte aber auch direkt im wahren Leben mitgefilmt worden sein. Und so unspektakulär der Film auch ist, er zeigt wahr wirkende Menschen mit wahren Problemen für die ein verschwundener Schlüssel oder ein zerstörtes Gerät unfassbare Katastrophen auslösen. Deswegen lohnt der Film komplett, besonders für den Schulunterricht.

Fazit: Grausam realistisches Portrait einer Arbeiterfamilie!

The Peanut Butter Falcon

Zak (Zack Gottsagen) hat zwar das Down Syndrom, will aber trotzdem professioneller Wrestler werden. Dazu briht er aus seinem Heim aus und reist mit einem Floß auf dem Fluß – begleitet vom kriminellen Fischer Tyler (Shia LaBeouf) und Eleanor (Daktoa Johnson), Zaks alter Pflegerin …

Der Film ist im Grunde die Langfilmfassung eines Wortes: Warmherzigkeit. Wärme strahlt er schon durch seine Umgebung aus, da er verschwitzte Menschen in hitzigen Plätzen zeigt. Im Kern ist es aber eine wundervolle Story einer ungewöhnlichen Freundschaft, eine Art Road Movie auf dem Fluß. Shia LaBeouf überrascht mit einer unfassbaren Herzlichkeit, nimmt sich aber trotzdem angemessen zurück um Zack Gottsagen Platz zu lassen. Der gewinnt vom ersten Moment an die Herzen der Zuschauer und bezaubert anderthalb Stunden lang. Zum Schluß bleibt noch Dakota Johnson die mehr und mehr auftaut je weiter der Film läuft. Inhaltlich reißt er keine Bäume aus, aber muß das halt auch nicht: es ist ein kleiner, lieber, harmloser und sanfter Film den man mit einem Dauerstrahlen anschaut und hinterher im Herzen behält.

Fazit: Unglaublich herziger, witziger und sanfter Film!