Outbreak – Lautlose Killer

Der Virologie Daniels (Dustin Hoffman) wird nach Zaire gerufen um einen Ausbruch eines tödlichen Virus zu untersuchen. Er stellt schnell fest daß es sich um ein gefährliches, schnell übertragbares und absolut tödliches Virus handelt – und dies bereits bis in eine amerikanische Kleinstadt vorgedrungen ist …

Ich sah diesen Film 1995 im Kino, dann ein paar Jahre später nochmal im Fernsehen und nun über 20 Jahre lang garnicht. Ihn nun nochmal mit der Kenntnis der Coronasituation anzusehen gibt ihm natürlich eine ganz andere Dimension. Wobei man hier kein Werk das unfassbar viel prophezeit hat schaut, sondern einfach einen sehr aufwendigen und gut gemachten Thriller: unter der begabten Regie von Wolfgang Petersen  läuft hier eine Riege an Stars auf, beginnend mit Dustin Hoffmanm Cuba Gooding Jr., Donald Sutherland, Morgan Freeman, Kevin Spacey und Rene Russo. Die Story um den Stopp einer sich verbreitenden Krankheit, der Rettung einer betroffenen Stadt und ein paar militärischen Intrigen welche in heftigen Actionsequenzen gipfelt ist guter, solider Standard den man heute vielleicht etwas zu wehmütig sieht weil sich der ganze Film anders anschaut, anfühlt und aussieht als er in einem heutigen Titel wirken würde. Ebenso erkennt man in einzelnen Sequenzen die Greenscreen Effekte. Trotzdem kriegt der ganze Film einen ganz fiesen Beigeschmack: eine Szene in der ein paar Rednecks aus den Sicherheitsbeschränkungen ausbrechen lässt einen ungewollt an Querdenker denken, ebenso sind die Abläufe wie die Krankheit sich hier verbreitet und Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden unglaublich nah an einem realen Verlauf. Das gibt diesem für sich nur gut unterhaltsamen Film eine ganz andere, fiese Dimension.

 

Fazit: Spannender Thriller mit Top Cast dem die realen Umstände nach langer Zeit einen echt fiesen Beigeschmack verleihen.

Love & Monsters

Joel (Dylan O’Brien) und seine Freundin Aimee (Jessica Henwick) werden außeinander gerissen als eine Monsterapokalypse über die USA hereinbricht. Nach sieben Jahren Trennung erhält Joel ein Lebenszeichen und beginnt eine wilde Odyssee um Aimee wiederzusehen …

Ich sah den Film mit einer großen Wehmut: wäre der Film unter normalen Umständen ins Kino gekommen hätte ich ihn sicherlich in einer Sneak Preview gehabt und einen schönen Abend verbracht, so ist es nur eine unscheinbare Premiere auf NEtflix. Aber eine die sich lohnt: der Film entwirft ein Weltuntergangsszenario, nimmt das Passierte aber nicht ernst und schrecklich, sondern eher leicht. Dann wird ein unsagbar sympathischer, wenngleich nicht besonders kluger Held ins Getümmel geworfen, der sich aus Verknalltsein in ein großes Abenteuer stürzt. Dabei geht’s zwar oftmals actionreich und spannend zu, der Fokus liegt trotzdem auf einem eher humorigen Ton. Die Monster die hier auftauchen könnten fast alle auch bei einer „Men in Black“ Fortsetzung agieren und sieht technisch adäquat, aber nicht ausladend inszeniert. Letztlich ist der Film durchweg sympathisch, macht durchgehend Spaß und beleuchtet bekannte Motive einfach ein wenig humoriger. Ein ganz großer Spaß.

 

Fazit: Viele bewährte Komponenten in frischer From aufbereitet so daß es einen großen Spaß ergibt!

Rating: ★★★★☆

Thunder Force

Forscherin Emily (Octavia Spencer) erfindet ein Mittel mit dem sie übermenschliche Kräfte entwickeln kann – leider gerlangt dieses Serum an ihre tollpatschige FrendinLydia (Melissa McCarthy). So bilden die beiden fortan das Duo „Thunder Force“ …

Dies ist der fünfte Film den Melissa McCarthy und ihr Ehemann ben Falcone zusammen machen und die Erwartungshaltung steht fest: vermutlich wird McCarthy als vulgäre Dicke inszeniert mit ekelhaftem Auftreten und derben Pointen unter der Gürtellinie. Daher überraschen die ersten Minuten welche die Freundschaft der beiden hauptfiguren schildert aus der Teeanferzeit heraus, da fällt diese Chemie überraschend nett und warmherzig aus. Auch wenn McCarthy dann als Erwachsene auftritt scheint es zumindest ein Stück weit zu klappen, sie als eher traurige Frau mit einer gewissen Ruhe zu zeigen. All das fliegt aber brachial aus dem Fenster ab dem Moment wo sie im Film Superkräfte bekommt. Bis zur Hälfte des Films dauert es dann diese zu trainieren, da werden dann dämliche Witze von Jenseits der Gürtellinie gerissen und Fleisch roh in Großaufnahme gefuttert – der Film driftet auf das Level ab was man befürchten durfte. Auch mit Octavia Spencer an ihrer Seite kann man wenig retten: deren Figur ist zu unscheinbar und uninteressant, die Story um ein paar Standardfieslinge ist mit der Schablone gemalt und die paar wenigen Actionszenen kriegt jede TV Production ebenso gut hin. Es scheint ja Fans dieser McCarthy / falcone Filme zu geben, sonst bekämen die nicht immer weiter Geld dafür, ich kann mich nicht dazuzählen. Im Meer der trivialen Streaming Titel schwimmt hiermit ein weiterer Vertreter – mit ungewaschenen Anzügen.

Fazit: Die derbe, unlustige und klischeehafte Nummer die darunter zu erwarten war – trotz gelegentlicher tauglicher Ansätze.

Rating: ★★☆☆☆

Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft

Durch einen Unfall gerät Wayne Szalinski (Rick Moranis) mit seinem Bruder Gordon in den Strahl seiner eigenen Schrumpfmaschine. Unbemerkt von den Kindern im Haus müssen sie einen Weg finden wieder zur normalen Größe heranzuwachsen …

Ich habe den ersten Film geliebt, wußte auch daß dieser dritte Teil existiert und doch hat es gut 24 Jahre gebraucht daß ich mal einen Blick drauf werfe – und ach, es hätte noch weitere 24 Jahre dauern dürfen. Falls dieser Film der Grund war weshalb sich Rick Moranis aus dem Geschäft zurück gezogen hat kann ichs restlos verstehen: hier stimmt garnichts. Inhaltlich schließt der Film kaum an seine Vorgänger an außer eben dadurch daß Rick Moranis wieder als verschrobener Tüftler auftritt. Die restlichen Mitglieder seiner Familie werden von neuen und komplett nichtssagenden Darstellern verkörpert, hier kommt keinerlei Charme zu den Figuren auf. Das Szenario hätte ein umgedrehter Kniff sein können in dem man den ersten Film spiegelt wenn nun der Erfinder selber geschrumpft ist – es sit aber nur ein aneinanderreihen von Szenen bei denen ich den Eindruck habe daß es nicht verwendete Gedanken für den Erstling waren. Der Look ist der eines billigen TV Films und der bunte Green Screen Look ätzt sich mich seiner Künstlichkeit geradezu ins Auge. Und obendrein spielt Allison Mack mit, die ich zwar in „Smallville“ sehr gemocht habe, um die ich aber weiß was sie sich hat zu Schulden kommen lassen so daß ich sie nicht mehr unbelastet in einem Kinderfilm schauen kann. Am Ende wird dieser Film sein kaum geklicktes Schicksal auf DisneyPlus finden.

 

Fazit: Billigsequel der übelsten Sorte!

Rating: ★☆☆☆☆

Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby

Wayne Szalinski (Rick Moranis) arbeitet mittlerweile in einem Labor an der Perfektionierung seiner Maschine. Als er seinen kleinen Sohn Adam (Daniel / Joshua Shalikar) zur Arbeit mitnimmt und der Junge vom Strahl der Maschine getroffen wird beginnt bei ihm ein unnatürlicher Wachstum – schon bald hat Adam riesige Ausmaße angenommen und wird vom bösartigen Hendrickson (Joh Shea) gejagt …

ch habe den Erstling damals geliebt und fand dieses Sequel daher spannend, aber ebenso enttäuschend. Das lag daran daß die Filmfamilie umgezogen ist und die Nachbarjungs der Thompson Familie nicht mehr dabei sind – ebenso verlässt Tovchter Amy gleich zu Beginn die Geschichte. Damit bleiben nur wenige Figuren übrig die eine komplette Schablonenstory durchleben: statt zu schrumpfen wird hier ein Kind auf epische Größe aufgepustet. Die daraus entstehen Situationen werden mit schlichten Greenscreen Effekten gelöst die zu ihrer Erscheinung angemessen waren, aber mittlerweile derbe gealtert erscheinen. Ansonsten habe ich lediglich ein Lächeln beim Anblick von Lloyd Bridges im Gesicht der als gutmütiger Konzernchef mein heimlicher Star des Films ist. Ansonsten hat man passable Gags und eben ein paar charmante Charaktere aus dem Erstling die ihn am Ende dann doch erträglich machen. Ein gewisser Retrocharme  hilft.

Fazit: Schlichtes Sequel mit schlecht gealterten Effekten deren Hauptfiguren aber durchaus Herz besitzen!

Artemis Fowl

Artemis Fowl (Ferdia Shaw) ist zwölf Jahre alt und stammt aus einer irischen Gangsterfamilie wodurch er selbst ein gewitzter Gauner geworden ist. So entführt er auch die Elfe Holly Short (Lara McDonnell) um Lösegeld zu erpressen – allerdings löst er so einen Krieg im Elfenreich aus … fauler Zauber oder großer Spaß?

Artemis Fail … ich hatte selten einen Fall in dem ich so derart befangen und derart unbefangen war. Unbefangen weil ich mit der Buchserie nie Berührungspunkte hatte und daher nicht enttäuscht werden konnte. Befangen, weil ich natürlich mitbekommen hsbe wie der Film erst mehrfach aufgeschoben wurde, dann achtlos auf Disney Plus rausgeworfen wurde und eine endlose Serie an schlechten Kritiken einfuhr. Generell kann ich diese teilen und muss mich darüber auch nicht wundern: hier wird krampfhaft versucht eine Welt zu erschaffen und zu etablieren in der dann künftige Filme gespielt hätten. Leider ist dieser bunte Mix aus Mythen, Fantasy und Technik kein Stück originell und hat lediglich durch die irischen Bezüge ein paar interessante Aspekte. Dafür fällt der Film durch einen anderes Aspekt geradezu durch: die Hauptfigur ist ein deratig arroganter, geglätteter Niemand daß man keinerlei Interesse aufbringt mehr über ihn und seine Welt zu erfahren. Wenngleich das alles aufwendig gestaltet ist merkt man: es ist immer noch zu neu um eine neue Fantasywelt im Stile von Harry Potter ernsthaft etablieren zu können.

Fazit: Aufwendige Effekte, ansonsten ein bunter Mix aus kalkulierten Elementen die auf Serie schielen!

Rating: ★★☆☆☆

The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte

Montgomery Dark (Clancy Brown ist der Bestatter Raven’s End der seinem Job mit Hingabe nachgeht. Als die junge Sam (Caitlin Fisher) anfängt bei ihm zu arbeiten stellt sie jedoch fest daß bei Dark ganz andere Dinge vorgehen …

Als hätte man eine alte TV Gruselshow mit einer Sonderepisode ausgestattet: Highlander Urgestein Clancy Brown spielt einen merkwürdige Leichenbestatter der einer jungen Frau mehrere Stories erzählt über die Tode seiner „Kunden“. Abseits dieser Rahmenhandlung folgen dann ein paar größtenteils unabhängige Kapitel und Erzählungen die für sich stehen, aber nicht wirklich auf ein großes und ganzes Ding hinauslaufen. In sich machen diese aber wenig falsch: es geht nicht um puren Splatter sondern um Atmosphäre und wohligen Grusel, wie bei einer Geisterbahnfahrt und eben jenes wird hier solide geliefert. Insbesondere bei der Stimmung passt hier alles sehr gut, nennenswert lange im Kopf bleibt die Nummer wohl nicht.

Fazit: Solide Gruselnummer mit stimmiger Atmosphäre und ein paar guten Ideen!

 

Fatman

Chris Cringle (Mel Gibson) arbeitet mittlerweile sogar fürs Militär um irgendwie über die Runden zu kommen – und der enttäuschte 12-jährige Billy (Chance Hurstfield) hetzt einen Profikiller namens Skinny Man (Walton Goggins) auf ihn …

Die Story klang nach einer abgedrehten Komödie: ein Junge wird vom Weihnachtsmann enttäuscht und engagiert einen Auftragsmörder um Santa zur Strecke zu bringen. Obendrein spielt ein sichtlich gealterter Mel Gibson den Weihnachtsmann, der ja durchaus das Potential hat eine solche Rolle mit Charisma und Humor auszfüllen. Aber von diesen Erwartungen erfüllt sich nichts: der Film nimmt sich und seine komische Handlung bierernst und ist am Ende kaum mehr als ein generischer Gangsterfilm mit bleihaltigen Einlagen bei der zwar ein paar nette Shootouts vorkommen, aber kaum charismatische Figuren oder eine nennenswerte Handlung. Schade, da der Gedanke daß der Weihnachtsmann seine Logistik fürs Militär bereitstellt durchaus ein paar nette Ansätze inne hat.

Fazit: Nette Idee, aber ein blutleerer, bleicher und nicht fokussierter Film!

Amos & Andrew – Zwei fast perfekte Chaoten

Schriftsteller Andrew Sterling (Samuel L. Jackson) hat sich ein Ferienhaus in einem Resort in Neuengland gekauft, wird aber von der Polizei für einen Einbrecher gehalten und dort umstellt. Der zuständige Chief Tolliver (Dabney Coleman) schickt daraufhin den Dieb Amos Odell (Nicolas Cage) in das Haus damit sich dieser als Täter ausgeben kann …en.

Mein Vorsatz einmal alle Nicolas Cage Filme nachzuholön führte mich dann auch an dieses Werk ran, welches ich vor Uhrzeiten mal im Fernsehen geschaut und komplett vergessen hatte. Wie alt der Film ist läßt sich schon daran festmachen daß er aus einer Zeit stammt als die Namen Nicolas Cage und Samuel L. Jackson noch nicht wirklich berühmt waren und dieser Film als kleine, klamaukige Komödie vermarktet wurde. Witzig geht’s dabei zwar auch zu, aber dennoch ist der Kern ein anderer: hier geht es um eine Spirale an Missverständnissen und Pannen die eigentlich nur auf einer einige, rassistischen Ansicht fußen. Aus dieser Sache bastelt sich der Film dann eine schöne und chaotische Grundsitation, macht dann aber nicht allzuviel daraus. Action gibt’s keine, nur ein paar sympatische Dialoge und viele bekannte Gesichter in jungen Jahren. Gerade durch das Letztere macht der Film viel Spaß und geht unterm Strich als passable, kleine Comedy durch die in ihrem Ansatz was zum Nachdenken mitgibt.

Fazit: Nicht so chaotisch wie er sich präsentiert, dennoch eine kurzweilige Klamotte mit vielen bekannten Gesichtern!

Jiu Jitsu

Eine Rasse von außerirdischen Invasoren verlangt alle sechs Jahre in einem Duell gegen die Menschen. Als Jake Barnes (Alain Moussi) eines Tages als Verlierer daraus hervorgeht tut er sich mit Wylie (Nicolas Cage), Harrigan (Frank Grillo) und Keung (Tony Jaa) zusammen …

Ich habe mir dieen Film nur aus einem Grund angeschaut und dieser lautet: Nicholas Cage. Und leider macht dieser hier den Bruce Willis Movie: sein Name und sein Gesicht wind auf dem Cover, sein realer Anteil am und im Film fällt verschwindend klein aus. Generell sind schon ein paar lustige Cage Momente mit drin, aber das hat sicherlich auch damit zu tun daß dieser Film wie „geschenkt“ ist um filmisch aufzudrehen. Mehr als das gibt es aber nicht: eine Truppe uncharismatischer Figuren kloppt sich anderthalb Filmstunden durch ein nicht endenwollendes Kampfszenario bei dem man den Eindruck hat jemandem bei einem langweiligen Videospiel zuzusehen. Das mag vom „Kampfgeschick“ nicht schlecht sein, vom Unterhaltungswert geht’s gegen Null. Und nur für Cage den Film ansehen rechnet sich auch nicht.

Fazit: Absurde Klopperei mit wenigen guten Nicolas Cage Momenten, ansonsten viel Langeweile!

Rating: ★☆☆☆☆