Mrs. Taylors Singing Club

Offiziersgattin Kate Taylor (Kristin Scott Thomas) ist ihrem Mann oftmals in Krisengebiete gefolgt und bewahrte stets die Fassung. Auf einem Stützpunkt tritt sie dem Chor von Lisa (Sharon Horgan) bei – und beginnt damit diese Gesangsgruppe bekannt zu machen …

Regisseur Peter Cattaneo bringt wohl die entsprechende Erfahrung mit, da er schon vor über 20 Jahre eine im Kern ähnliche Sache erzählte: damals waren es Männer die sich zu einer Tanzgruppe formierten, hier sind es Frauen die gemeinsam einen Chor gründen. Dabei sind aber die Hintergründe wahr und eigentlich auch tragisch, weil es Soldatenfrauen sind die versuchen die Sorge um ihre Männer im Einsatz zu überspielen. Mit harmlosem britischem Humor wird dies präsentiert, der Fokus liegt aber auf dem Konflikt der zwei Chorleiterinnen die sich mit ihren unterschiedlichen Methoden aufeinander abstimmen müssen. Der Film fällt zwar in die Sparte Komödie, hat aber nur leise Lacher und kleine Schmunzelmomente. Leider bleiben die sonstigen Charaktere der Chorsängerinnen insgesamt etwas unbeleuchtet, dem Film tut das aber final keinen Abrruch.

Fazit: Routinierter Wohlfühlfilm mit vertrauten, aber funktionierenden Komponenten!

Niemals selten manchmal immer

Autumn (Sidney Flanigan) ist 17 Jahre alt und wächst in Pennsylvania auf. Ihr ruhiges Leben gerät aber völlig aus dem Ruder als sie ungewollt schwanger wird …

Weniger ist mehr und das Reduzierte ist das Besondere. Die Handlung des Films klingt simpel und ist es auch: ein junges Mädchen wird schwanger und will eine Abtreibung durchführen lassen. Der Film begleitet sie auf diesem schlimmen Weg, allerdings fast dokumentarisch und bleibt durchgehend dabei. Dazu zählen auch endlos lange Gespräche mit Ärzte und all jener Verwaltungsaufwand der damit einher geht. Spaß macht das zwar nicht, aber durch den lebensnahen Look und das ungeschönte Draufschauen fasziniert es auch auf seine Weise. Auch durch die unaufdringliche, zurückhaltende Hauptfigur. Hier wird das Thema nicht wie in „Juno“ mit Humor genommen sondern ernst, bitter und lebensnah. Und das macht es sehr wertvoll.

Fazit: Kleiner, aber sehr ungeschönter Film!

Christiane F – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

In den 70er Jahren gelangt die 13 jährige Christiane  (Natja Brunkhorst) an eine Drogenclique am Berliner Bahnhof. Langsam wird auch sie abhängig und versinkt mehr und mehr im Drogensumpf.

Ich habe hiermit eine kleine Bildungslücke geschlossen: der Film lag stets in meiner Videothek in der Erwachsenenabteilung, da habe ich ihn aber stetig liegen lassen, meine Frau hat das Thema in der Schule besprochen und mir davon erzählt, aber erst der Start der „geschönten“ Amazon Serie veranlasste mich nun dazu der Thematik mal etwas Zeit zu widmen. Und ich bin erschreckend abgestumpft: ich kann mir denkend aß der Schock dieses Themas im Jahre 1981 vorrangig darin bestand daß Menschen erkannten daß Kinder Drogen nehmen und daß die Existenz dieser kaputten Szene somit erstmals bewußt wurde. Das schockt mich zwar auch, aber ich kann mir vorstellen und akzeptieren daß diesse Szene existiert hat. Obendrein geht mir filmisches selten nahe und das Thema Drogen ist etwas was in meinem Leben keine große Rolle gespielt hat, daher hatte ich keinen „Wiedererkennungswert“ dabei. Trotzdem läßt mich nicht alles kalt und es sind besonders die Szenen von Elend beim Entzug ect. Die auch mich erreichen. Ansonsten ist der Film schmutzig, kompromisslos und lebensnah gespielt, leider und weckt in mir Dakbakreit diese Zeit und diese Szene nie erlebt zu haben. Als Dokument seiner Zeit und als filmische Abschreckung funktioniert dies extrem gut und die überragende Natja Brunkhort bringen einen so nahe es geht daran den körperlichen Verfall der Hauptfigur zu erleben. Daher: auch wenn es angestaubt wirken mag ist dies ein Film der als Pflichtprogramm an Schulen gezeigt werden sollte.

Fazit: Dreckiger Blick auf eine hässliche Szene, intensiv vermittelt und ohne „Wegblenden“.
Rating: ★★★★☆

The Vigil – Die Totenwache

Der jüdische Yakov (Dave Davis) besucht eine Selbsthilfegruppe in Brooklyn und leidet an Schuldgefühlen. Von eime Rabbi wird er gebeten eine nächtliche Totenwache für ein verstorbenes Mitglied der Gemeinde zu übernehmen. Schnell merkt er jedoch daß in dem Haus in dem diese stattfindet unheimliche Dinge passieren …

Alles auf Routine im Geisterlhaus: eine traurige Seele die an einem unheimlichen Ort eine gruselige Tat tun muß bis die verrückten Dinge passieren ist wie eine Blaupause für die Handlung und von der wird kaum abgewichen. Namhafte Stars tauchen dabei ebenso wenig auf wie großartige Blutfontänen oder sonst etwas, es wird einfach eine solide Gruselnummer aufgebaut die auf ein paar langweilige, aber funktionierende Huch und Buhs setzt. Zum Ende hin wird’s nochmal emotional und dann läuft der Abspann – nach gerade mal 85 Minuten. Ich hatte die Möglichkeit diesen Film auf dem Fantasy Film Fest zu sehen, dies aber ausgelassen, doch denke daß er das exakte Material für solche Veranstaltungen ist, oder aber zumindest gut gelungener Stoff für den Gruselfilmabend. Harten Horrorfans dürfte das aber nicht viel ausmachen.

Fazit: Standard-Gruselnummer mit trauriger Atmosphäre, aber ohne nennenswerte Elemente!

Rating: ★★☆☆☆

Brave Mädchen tun das nicht

Lucy Neal (Lucy Hale) bekommt von ihrem Ex-Freund die Beschuldigung daß sie verklemmt sei. Also erstellt sie sich eine Liste mit Dingen die sie machen möchte um das Gegenteil zu beweisen …

Manchmal vereinen Filme gewisse Widersprüche in sich. Es gab schon witzig gedachte Komödien die hochgradig unwitzig waren, actionreiche Verfolgungsjagden die grundweg gelangweilt haben und lahm erschienen … und dieser hier bringt das Kunsttück fertig eine zotige und vermutlich frivole Story komplett bieder und spießig zu inszenieren. Im Kern steht eine „reine“, aber verklemmte Seele die sich vornimmt diverse sexuelle Dinge zu erforschen um nicht mehr so verklemmt zu sein. Dazu wird eine sehr absude Liste aufgestellt und in einer endlosen Serie an banalen Szene abgehandelt. Unanständig wird dies zu keinem Zeitpunkt und der Humor ist als würde man kichernden 5klässlern zuhören die sich zotige Witze erzählen. Hier stimmt weder Witz noch Emotion noch Erotik, Hier kommt nur ein Film bei rum der so verklemmt ist wie seine Hauptfigur.

Fazit: Möchtegern frivole Klamotte die zwar schick aufgemacht ist, aber triefend bieder ausfällt.

Rating: ★★☆☆☆

Eight Grade

Nur noch eine Woche hat Kayla in der achten Klasse zu verbringen und hofft daß danach die DInge bessr für sie werden. Mit ihrer introvertieren Art und dem Drang über Social Media Anschluss zu finden kommt sie bei ihrem Umfeld kaum an …

Ich hab da so meine Vorbehalte wenn „A24“ auf einem Film steht – eifnach weil ales was aus dem Studio kommt mit begeisterten Stimmen überhäuft wird, ich selber damit aber bislang wenig anfangen konnte. Dieser hier fällt dann aber mal in eine ganz andere Richtung statt Horror, nämlich in den Dramabereich. Da einige Filmkritiker die ich sehr schätze diesen Film endlos in den Himmel gelobt haben habe ichs damit versucht – und obwohl er bei mir nicht diese überragende Begeisterung ausgeöst hat verstehe ich voll woher sie kommt. Dies wirkt wirklich wie ein Blick auf das wahre Leben und vermdeitet es Szenen filmisch zu überhöhen. Wenn die Hauptfigur an zwei arrogante Mädchen mal rabiat die Meinung aussprechen darf weiß man als Zuschauer daß sie recht hst und findet es cool, trotzdem ist die Szene eher peinlich und komisch. Ebenso sind Szenen in denen ihr Vater ihr durch ein Einkaufszentrum folgt zw ar verständlich, aber unangenehm zu schauen. Zwischendrin erwarten dann aber emotionale und bewegende Momente die eben jene unangenehmen völlig legitimieren. Am Ende bleibt ein ungewöhnlicher, ungeschönter Blick – und als Vater einer Tochterfür mich ein komischer Beigeschmack.

Fazit: Sensibel und absolut lebensecht!
Rating: ★★★★☆

To all the Boys – Always and Forever

Lara Jean (Lana Condor) will mit ihrem Freund Peter (Noah Centineo) aufs College, erhält aber eine Zusage für eine Uni 5.000 Meilen weg. Also muß sie sich ffagen in welche Richtung ihr Weg gehen soll und ws dies über sie sagt …

Ich hatte garnicht vor mir dieses erk anzutun, aber es nagte dann doch an mir: ich habe die ersten beiden Teile geschaut, echt gehasst und war mir sicher daß auch dieser eine filmische Hölle wird. Allerdings möchte ich auch Geschichten komplett schauen und gab mich daher recht erwartungsfrei an diese hier ran. Und wurde soweit doch überrascht. Mit der Hauptfigur werde ich wohl auch weiterhin nicht warm, aber die verträumten Kleinmädchengedanken welche die Vorgänger dominierten und das Rumwühlen in Liebesdingen wird diesmal stark zurückgefahren. Statt dessen Setzt der Film Lara Jean einfach in die Lage in der sie eine sehr schwere Entscheidung zu treffen hat und arbeitet sich recht lange damit ab in welche Richtung sie gehen soll und was das über ihre Beziehung und ihr Umfeld aussagt. Dies kombiniert mit ein paar schönen New York Bildern macht den Film dann am Ende doch solide, angenehm und nicht mehr so kitschtriefend. Gut, ich bin nicht die Zielgruppe, aber stelle doch fest: ach für jemanden wie mich fällt das Finale der Trilogie sehr solide aus.

Fazit: Ein Drama über eine junge Frau und ihre schwere Entscheidung – nicht mehr so auf kitsch ausgerichtete Fortsetzung!

Videoreview von mir: https://youtu.be/iFHvW9UfPFk

Blackbird

Lily (Susan Sarandon) und Paul (Sam Neill) wollen am Meer Zeit mit ihrem Nachwuchs Jennifer (Kate Winslet) und Anna (Mia Wasikowska) verbringen. Die nostalgische Umgebung erweckt jedoch schnell alte Konflikte welche die gemeinsame Zeit zeichnen …

Eine ganze Familie mit allen Mitgliedern und Partnern trifft sich an einem Wochenende in einem großen Haus – das ist der Ansatz vieler Filme die meistens im Bereich Komödie liegen, mitunter Drama. Hier ist der letzte Fall zutreffend da bei der Begegnung eine Sache über allem steht: die Mutter wird an diesem Wochenende Suizid begehen und alle wissen es. Das macht diese starbesetzte Zusammenkunft schon von Anfang anders, am meisten überrascht aber wohl die Stimmung. Der Film bleibt trotz seines Themas anschaubar, wird nicht schmerzlich belastend oder bleischwer, sondern hat einen traurigen, wehütigen Ton. Damit ist es das redselige Drama was wohl manchen abschrecken mag, wer sich aber bewußt drauf einläßt bekommt wohl was er erhofft.

Fazit: Sensible und traurige Abschiedsgeschichte die trotzdem nicht bleischwer ausfällt.

Rating: ★★★★☆

Neues aus der Welt

Im Amerika des Jahres 1870 reist Captain Jefferson Kyle Kidd (Tom Hanks) durch die Gegend und verkündet Neuigkeiten. Dann aber erklärt er sich bereit ein Mädchen zu eskortieren …

Der Film wäre eigentlich im Januar ins Kino gekommen, rutscht so aber nathlos durch zu Netflix. Schön daß ihn dadurch mehr Menschen direkt sehen können und werden, schade aber daß man ihn so nicht im Kino bewundern kann. Gerade das Westerngenre bietet ja genug Möglichkeiten wundervolle Landschaftsaufnahmen einzufangen und das tut dieser hier ebenso, man sieht daß er wirklich draußen gedreht wurde. Im Zentrum stehen aber nicht WildWest Szenarien und Schießereien, sondern eine sensible Geschichte zweier verwundeter Seelen die sich aneinander gewöhnen müssen und darüber hinaus zu Seelenverwandeten werden. Die Spannung für den deutschen Zuschauer besteht wohl insbesondere darin daß „Systemsprenger“ Star Helena Zengel hier neben Hanks spielt – und sie macht das wirklich hervorragend. Die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren ist toll und der Erzählfluß des Films angenehm langsam und ruhig. Es ist eben kein Film der auf Action und Effekte aus ist, sondern eine langsame Romanverfilmung die viele vertraute Aspekte erzählt, diese aber angenehm variiert.

Fazit: Weniger Western, mehr ein Drama über zwei gezeichnete Menschen und deren große Reise!

Rating: ★★★★☆

Copykill

Profilerin Doktor Helen Hudson (Sigourney Weaver) wird nach einem Vortrag auf einer Toilette angegriffen und erleidet ein Trauma durch daß sie nicht mehr aus ihrer Wohnung kann. Von dort aus versucht sie den Polizisten M. J. Monahan (Holly Hunter) und Reuben Goetz (Dermot Mulroney) bei der Jagd auf einen Serienmörder zu helfen …

Sigourney Weaver gab in einem Interview an daß sie auf diesen Film sehr stolz sei und es schade findet daß er so vergessen wurde – das kann ich sehr gut verstehen. Allerdings vorrangig wegen ihrer Darstellung. Ihre Performance als eifrige, aber eben panische und gezeichnete Frau ist atemberaubend und hebt den Film auf ein ganz eigenes Level. Drumherum findet man soliden Standard. Ein farbloser Psychokiller (der dem Zuschauer überraschend früh präsentiert wird) mordet und meuchelt sich durch die Gegend, Holly Hunter und Weaver versuchen die Hinweise zu knacken und dagegen zu halten und dabei gibt’s noch eine gnaze Handvoll Bonusplots die aber mitunter wie Füllmaterial ausfallen. Gemessen an Filmen wie „Sieben“ die zur gleichen Zeit erschienen wirkt dieser hier sehr hell und fällt irgendwo zwischen die Genres von Krimi und Thriller, verzichtet aber auf ausgiebige Gewaltexzesse vor der Kamera und kann am Ende durchaus aus sehr solide Unterhaltung bestehen … nicht mehr oder weniger.

Fazit: Überdurchschnittlicher 90er Jahre Thriller mit Top Darstellern, aber bleichem Täter und einigen inhaltlichen Schwachheiten!

Rating: ★★★☆☆