Roads

Gyllen (Fionn Whitehead) stiehlt in Marokko das Wohnmobil seines Stiefvaters und reist nach Frankreich umd dort seinen wahren Vater zu suchen. Begleitet wird er vom Kongolesen William (Stéphane Bak) der auf der Suche nach seinem verschwundenen Bruder ist …

Ein Roadmovie in seiner eigensten Form: zwei junge Menschen treffen in der Fremde unter sehr ungünstigen Umständen aufeinander, haben direkt eine gute Chemie miteinander und schließen sich zusammen um die gemeinsame Reise und die damit verbundenen Strapazen und Probleme gemeinsam zu lösen. Mehr braucht es eigentlich nicht wenn alles Komponenten so gut vorgegeben sind wie hier: zwei sympathische Darsteller die doch auf ihre eigene Weise unauffällig sind, diverse chaotische Zwischenfälle (etwa einen Kurzauftritt von Moritz Bleibtreu) und ein sehr emotionaler Grundton sowie eine realistische, hochglanzfreie Sicht auf die Ereignisse. Damit ist das zwar wieder ein Tiel der klein, leise und unauffällig bleibt, aber eben einer der Filme die ein entsprechendes Publikum dankbar annimmt. Erst recht wenn man in den diversen Ländern in denen er spielt mal war.

Fazit: Kleines, leises Roadmovie mit toller Chemie zwischen den Hauptfiguren!

Marriage Story

Theaterregisseur Charlie (Adam Driver) und Schauspielerin Nicole (Scarlett Johansson) haben sich nach zehn Jahren nichts mehr zu sagen und wollen sich trennen. Als dann aber mittels Anwälten verhandelt werden soll bricht eine schmutzige Schlacht an …

Netflix fährt weiterhin eine neue Taktik: statt schlichter Masse soll wohl nun Qualität überzeugen, dazu werden hochwertige Filme mit hochwertiger Besetzung rausgebracht, diese erscheinen dann eben auch vorab noch im Kino um bei künftigen Preisverleihungen mitmischen zu können. Im vorliegenden Fall zielt man dabei wohl auf die Darstellerpreise. Es geht um eine Scheidung und zwei Parteien die versuchen alles was anfällt human und friedlich zu lösen, aber das nicht lange durchhalten so daß dann das pure Psychochaos beginnt. Die Lauflänge von 135 Minuten ergibt sich dann daraus daß der Film entsprechende Szenen lange ausspielt, daß Darsteller sich aussprechen, ausschreienund es wie realistische, lange Gespräche erscheint. Besonders gemein dabei ist daß der Film keine Position bezieht sondern beide als sympathische Personen etabliert bevor er dann beide ins Bodenlose stürzen läßt bei dem sie sich auch gegenseitig einiges zumuten und antun. Das zu schauen ist nicht schon, ist anstrengend und fordernd – aber alleine aufgrund der Darsteller mehr als lohnend.

Fazit: Großes Darstellerkino in langen, schmerzhaften Dialogen!

Rating: ★★★★☆

Between Worlds

Truckerfahrer Joe (Nicolas Cage) hat Frau und Kind verloren und trauert. Da rettet er Julie (Franka Potente) scheinbar das Leben – allerdings ist sie spirituell veranlagt und versucht durch ein Ritual Kontakt zu ihrer Tochter zu bekommen. Allerdings steckt dort noch mehr dahinter …

Das man an Nicolas Cage File keine hohen Erwartungen setzen sollte ist kein Geheimnis, ein wenig Neugier kommt aber dennoch vor. In diesem Fall vorrangig durch die Besetzung, da die weibliche Hauptrolle von Franka Potente gespielt wird. Das Cover auf dem Cage vor einem Flammenhintergrund steht und die Story daß es sich um eine Geschichte zwischen Diesseits und Jenseits handelt erweckt zumindest kurzzeitig den Eindruck daß der Film etwas mehr Budget hatte … was sich aber schnell erledigt. Dies ist wieder einmal ein günstig produzierter Cage Streifen in mülligem, trashigen Look der vorrangig in einem Haus und einem Krankenhaus spielt. Die Story ist simpler Mysterymüll der allerdings in der ersten haben Stunde sehr interessant ist weil man da noch nicht weiß worauf die Fantasygrütze hinauslaufen soll. Ab der Enthüllung wird’s dann immer abgedrehter, aber nicht besser oder spannender. Auf dem Level einer kleinen, unscheinbaren Direct to DVD Premiere geht es wohl völlig in Ordnung.

Fazit: Alberner Gruseltrash mit Cage in amüsanter, prolliger Hauptrolle!

TKKG

Im Internat lernen sich die grundverschiedenen Tim (Ilyes Moutaoukkil) und Willi (Lorenzo Germeno) kennen und sind schon bald aufeinander angewiesen als Willis Vater entführt wird. Mit dem klugen Karl (Manuel Santos Gelke) und Polizistentochter Gaby (Emma-Louise Schimpf) ermittlen die Kinder zusammen ….

Als ich den Trailer zu diesem Film gesehen habe war mir zum heulen zu Mute. Und als ich den Film begann ebenso: ich habe als Jugendlicher sehr viel Material von TKKG gelesen und die Hörspiele gehört. Auch wenn ich mittlerweile etwas besser sehe daß nicht alles was hier aufgezeigt wurde unkritisierbar gut ist habe ich dennoch einiges an Nostalgie im Hinterkopf. Diese neue Kinovariante tritt alles Gewesene komplett mit Füßen und baut die Figuren neu auf: lar, die Rollennamen sind noch gleich, aber schon wenn ich Tarzans Mutter als Kassiererin sehe (in den Büchern war sie Buchhalterin) ist klar daß nicht wirklich versucht wurde die Nostalgiker zufrieden zu stellen. Statt dessen holt man die Thematik ins Hier und Jetzt und visiert ein junges, neues Publikum an, in der Hoffnung eine neue, mehrteilige Kinoserie zu starten. Befreit man sich vom Altmodischen kann mand en Fil für sich genommen ganz ok finden: als ein ganz passabler Kinderkrimi, an manchen Stellen etwas albern und immer mal wieder etwas übertrieben. Man muß es halt in Kauf nehmen daß die altbekannten Figuren auf der Suche nach einer „Base“ sind oder Klößchen über „Brownie Fudge“ Schokolade redet, ebenso ist eine Passage in der Tarzan als Mädchen verkleidet herumlaufen soll mehr in den modernen Gaggewohnheiten anzuordnen. Deswegen: unter Nostalgieansichten ist dieser Film der absolute Alptraum, für sich genommen geht der Film soweit in Ordnung.

Fazit: Alberner Kinderfilm der für Kenner der alten Materie eine Tortur darstellen dürfte!

7500

Co-Pilot Tobias Ellis (Joseph Gordon-Levitt) fliegt einen Airbus A319 und gerät während eines Routineflugs in eine brenzlige Lage: der achtzehnjährige Terrorist Vedat (Omid Memar) entführt mit seinen Leuten das Flugzeug. Tobias verschließt sich im Cockpit während die Angreifer zu ihm durchdringen wollen …

Minimalistischer geht es kaum: der Film setzt eine Flugzeugentführung ins Zentrum, ein Thema daß in filmischer Form schon einige Male aufgearbeitet wurde. Diese neue Fassung hat als Gag daß es zu 100% im Cockpit spielt und jenes nie verläßt: Jospeh Gordon Levitt spielt einen Piloten der sich während einer Flugzeugentführung im Cockpit verschanzt und aus seinem eingeschränkten Blick die Ereignisse beobachtet und zum Eingreifen gezwungen wird. Leider gelten bei den Figuren auch Einschränkungen: Levitts Figur ist ein solider, blitzsauberer Pilot den ich mir zwar an der Stelle wünschen würde wenn ich selber im Flugzeug sitze, als Held einer solchen Geschichte ist er aber etwas zu unterkühlt und zu steril. Ebenso sind die Terroristen sehr einseitig und klischeehaft dargestellt, ohne daß bei denjenigen in die Tiefe gegangen wird. Die Handlung garantiert zwar atemlose Spannung, ist aber mit ein paar zu konstruiert wirkenden Wendungen versehen. Trotzdem: auch wenn die Geschichte an manchen Stellen das Potential nicht ausschöpft, mit dem originellen Twist alles aus einer so eingeschränkten Sicht zu zeigen geht der Film durchaus ein Wagnis ein und dürfte so manche zufrieden stellen.

Fazit: Hart und brutal und stellenweise unangenehm, trotzdem fehlen wahre Schauwerte!

Rating: ★★★☆☆

The Irishman

Der Ex-Soldat Frank Sheeran (Robert DeNiro) gelangt in die Kreise des Mafiabosses Russell Bufalino (Joe Pesci) und arbeitet als Geldeintreiber und Auftragsmöder. So wird er auch zum Beschützer des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa (Al Pacino) – bis dieser seine Lage unterschätzt …

Eigentlich finde ich die Entstehungsgeschichte viel spannender als den Film an sich. Der Film ist dreieinhalb Stunden lang und dokumentiert die Geschichte eines Ex-Soldaten der in die Mafiakreise gerät, dort ein Mann für alles wird und eben viele Jahrzehnte die Drecksarbeit verrichtet. Mich selber hats aber nach einiger Zeit aus dem Film rausgeworfen: zu viele Charaktere, zu viele Verstrickungen und zu viele Verbindungen zur amerikanischen Geschichte die ich so nicht aufzählen oder mitverfolgen konnte. Aber ich respektiere den Film für eine andere Sache: Martin Scorsese hat ihn durchgezogn. Einen Gangsterfilm von epischer Lauflänge zu produzieren in den er zehn Jahre Arbeit reingepackt hat und seine ganzen alten Darsteller in typische Rollen verbaut hat. Dies ist wie eine filmische Privatparty die sich an eine ganz bestimmte, kleine Klientel richtet die dann davon sehr beglückt sein dürfte. Obendrein setzt der Film Standards an die digitale Verjüngung der Darsteller. Deswegen lohnt sich ein Blicj definitiv, wie viel man daraus mitnehmen kann fällt aber vielleicht sehr unterschiedlich aus.

Fazit: Epische und überlange Gangstersaga!

Rating: ★★★★☆

Dancing Queens

Die in die Jahre gekommene Martha (Diane Keaton) zieht in die Rentengegend von Sun Springs und wirbelt das dortige Leben durcheinander. Sie bringt ihre neuen Freundinnen Sheryl (Jacki Weaver), Olive (Pam Grier) und Alice (Rhea Perlman) dazu mit ihr eine Cheerleadergruppe zu gründen …

Nur weil man alt ist, ist noch lange nicht Schluss … gut, diese Botschaft wurde unzählige Male auf die Leinwand gehievt, aber die Nummer ist im Kern ja nicht völlig verkehrt und kann durchaus mehrere Versionen abgeben. Aber dann sollte man auch etwas beifügen was zumindest theoretisch frisch oder neu daran ist. Davon findet sich in dieser Fassung rein gar nichts. Eine Truppe Omas hat im Altenheim keine Lust auf Langeweile und beginnt mit dem Cheerleadertraining, dabei gibt es die übliche Hürden zu überwinden: körperlicher Verfall, Selbstzweifel und die bösartige Leitung welche nichts anderes zu tun hat als den lustigen Senioren Hindernisse in den Weg zu packen. Das wäre nicht so schlimm wenn andere Parts stimmen würden: eine lustige Seniorentruppe etwa würde viel retten, leider sind diese von relativ bleichen Klischeefiguren durchsetzt; Diane Keaton gibt auch keine gute Anführerin ab sondern wirkt als würde sie sich vorrangig selbst inszenieren und das Skript hat eigentlich keine Wendung zu bieten die man nicht meilenweit im Voraus erahnen kann. Ich kann mir zwar denken daß dieser Film für eine ganz bestimmte Klientel ein großes Vergnügen ergibt – aber die sind wohl in einer Minderheit.

Fazit: Bunte Klischeepackung ohne neue Ideen, dürfte aber für ein älteres Publikum funktionieren!
Rating: ★★☆☆☆

The Farewell

Billi Wang (Awkwafina) ist eine erfolglose Schriftstellerin aus New York mit chinesichem Hintergrund. Als sie erfährt daß ihrer Großmutter Nai Nai (Zhao Shuzhen) nicht mehr viel Zeit bleibt reist sie nach Hause zurück um ihr beizustehen – wobei ganz Unterschiedliche ansichten aufeinander treffen …

Manchmal braucht ein Film keine richtige Story, so auch in diesem Fall: der Schwerpunkt liegt einfach darauf eine Hauptfigur in eine Situation zu bringen die der Zuschauer eben miterleben und durchstehen muß. Das bedeutet in diesem Film: die Hauptfigur ist eine junge Frau die zu einer Hochzeit reist bei der sie weiß daß die anwesende Großmutter todkrank ist, wie auch alle anderen Anwesenden – nur die betroffene Person weiß nichts. Ihre emotionale Anspannung in dieser Lage reicht schon um den Film zu füllen. Es reiht einfach Szenen aneinander wie das gemeinsame Essen, betrunkene Verwandte, beiläufige Gespräche … das wirkt nicht sehr spektakulär, aber eben ungemein lebensecht was darauf begründet daß die Geschichte wahr ist (und im Abspanne ine schöne Pointe bereit hält). Dadurch entsteht eine hohe emotionale Dichte und anderthalb ruhige, aber mitnehmende Kinostunden nach denen man gleichermaßen fröhlich wie etwas traurig den Film verläßt.

Fazit: Sensibles Drama ohne besondere Ereignisse, aber wunderbar ruhiger Erzählweise und hoher Glaubwürdigkeit!

Rating: ★★★★☆

Doctor Sleep

Danny Torrance (Ewan McGregor) ist inzwischen erwachsen, aht ein Problem mit dem Alkohol und ebenso die besondere Fähigkeit des Shinings. Dies nutzt er um in einem Hospiz um die Patienten zu trösten – schon bald wird es aber gebraucht um gegen die Sekte „Der Wahre Knoten“ anzugehen …

Ich hatte nie eine besondere Anbindung an „Shining“, respektiere aber seinen Stellenwert als Klassiker. Trotzdem hätte e sfür mich keinen weiteren Teil gebraucht, auch wenn es ein Buch dazu gibt. Immerhin ist dieser Film kein Neuaufguss sondern eine ganz eigene Story die eben nur auf bekannte Elemente setzt. Bein einer Lauflänge von 152 Minuten werden dabei drei verschiedene Handlungsstränge angesetzt die sich lange Zeit nicht berühren. Die Story ist ok, aber sehr speziell, erklärt nicht alles und dürfte sich einem Mainstreampublikum eher entziehen. Die Aufzählung zum Horrorfilm paßt auch nicht völlig; aes gibt zwar ein paar Elemente, aber am Ende fällt der Film wohl mehr unter Mystery mit ein paar Gruselmomenten. Es funktioniert aber, vorrangig auch durch die gute Besetzung und eine entsprechende Atmosphäre. An das Original kommts nicht ran, aber das war nicht zu erwarten.

Fazit: Überlange Gruselnummer mit extrem dichtem Showdown!
Rating: ★★★★☆

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=Ji1OUupQL5o

Vor drei Tagen fand Louis Fugain (Gregoire Ludig) eine Leiche vor seinem Wohnhaus, nun muß er dem Kommissar Buron (Benoit Poelvoorde) zu seinem Fund Rede und Antwort stehen. Es dauert nicht lange und Louis steht selbst unter Verdacht …

Wenn man keine Ahnung hat sollte man wohl einfach den Mund halten, das sollte auch mein Credo bei diesem Titel sein. Ich habe mich mit Quentin Dupieux nie großartig beschäftigt, daher kann ich nicht sagen daß ich mich in der „Welt“ hier sehr auskenne oder klar komme. Der Film hat auch nichts von einem Genre oder irgendwas daß greifbar, normal oder mit irgendwas vergleichbar wäre, daher ist er als Film durchaus eine interessante Erfahrung. Obendrein eine die mit 73 Minuten relativ zeitsparend ist. Mir kam es vor als würde ich als Amerikaner einen Helge Schneider Film sehen, ich war kein Stück damit zu „vereinen“ oder sonst irgendwie in Verbindung zu bringen. Im Kern steht ein Verhör bei dem ein dusseliger Kommissar einen freundlichen Mann befragt, das ist aber nur eine Randerscheinung bei der öfter auch al die vierte Wand angeschrammt wird. Mancher Witz passt, manche Ideen sind so unglaublich absurd (etwa das der Kommissar aus dem Bauch raucht) und alles ist das Hirngespinst eines Filmemachers zu dem ich keinen Zugang habe.

Fazit: Eine Privatveranstaltung für Menschen die diesen Filmemacher kennen!
Videoreveiw von mir: https://youtu.be/_amA2SeHxSE