Gretel / Hänsel

Der Hunger treibt die junge Gretel (Sophia Lillis) und ihren Bruder Hänsel (Samuel J. Leakey) aus dem Elternhaus in den Wald. Sie landen bei einer freundlichen, alten Frau (Alice Krige) die sie mit Freuden versorgt – allerdings ist dies nur eine Fassade und es lauert eine tödliche Gefahr …

Sie kamen an ein Häuschen, aus Pfefferkuchen fein … dieses alte Kinderlied wird hier auf 83 Minuten Spielfilm gestreckt. Der ganze Gag daran ist: es ist kein kindgerechter Märchenfilm oder Grusel, sondern blanker Horror. Der ist aber sehr stark auf einen Arthouse Look ausgerichtet und nicht gerade die leichte Horrorkost die es hätte sein können. Der große Pluspunkt ist eben die absolut stimmige Atmosphöre die an andere Titel wie „The Witch“ erinnert – aber außer dem schauerlichen Umfeld und den Darstellern findet man keine Plupunkte. Die Figuren mögen gruselig sein, sie sind einem aber auch egal und ansonsten hat man knapp 80 sehr anstrengende Minuten bei denen jede einzelne extrem unangenehm ist.

Fazit: Atmosphärisch stimmig, läßt einen aber mitunter sehr kalt!

Rating: ★★☆☆☆

Bill und Ted retten das Universum

Bill (Alex Winter) und Ted (Keanu Reeves) wurde prophezeit daß sie eines Tages die größten Rockstars der Welt wären und sie das Schicksal der Welt beeinflußen werden – allerdings sind sie mittlerweile Väter geworden und kommen mit ihrer Karriere nicht voran. Also planen sie in die Zukunft zu reisen und sich selbst einen Hit zu stehlen …

Für mich ganz persönlich war dies wohl der am meisten herbeigesehnte Film des Jahres 2020 wobei ich weiß daß ich da eine Trennung vornehmen muß. Unter objektiven Gesichtspunkten ist dieser Film dumm, sichtbar billig produziert und überflüssig. Der Versuch zwei Kultfiguren nach einer solch langen Zeit noch einmal auf die Leinwand zu hieven mit einem chaotischen Skript daß eigentlich vorrangig zentrale Motive aus den Vorgängern neu aufbaut kann kaum gut gehen, erst recht wenn das heutige Zielpublikum ein gänzlich anderes ist. Aber man muß auch so ehrlich sein daß die Originalfilme keine Meilensteine waren sondern alberner Stuß den man aber im entsprechenden Alter in sein Herz schließen konnte. Und darum ist es mir egal was man an sachlichen Punkten dagegen anführen kann, es dominiert das Herz: das Wiedersehen mit den zwei gealterten Helden berührt und begeistert (auch wenn Keanu Reeves mit merkwürdiger deutscher Synchronstimme spricht), die Absurdität der Story kann einen ergreifen wenn man sich darauf einläßt und viele kleine Nebengags (wie die Töchter der beiden oder der debile Killerroboter) funktionieren echt gut. Es ist aber etwas anderes was diesen Film geradezu wertvoll amcht: Die Naivität, die Leichtigkeit und der grenzenlose Optimismus der ihm aus jeder Pore quillt. So etwas findet man im heutigen Film einfach nicht mehr.

Fazit: Sicherlich eine Privatveranstaltung für gealterte Fans, aber eine die beim entsprechende Publikum zu Herzen gehen dürte

Rating: ★★★★☆

House of the Dead 2 – Dead Aim

An einer Universität bricht ein Virus aus und verwandelt die Menschen in Zombies. Nach der Katastrophe soll ein Forscherteam den Schauplatz untersuchen – und gerät in ein Blutiges Chaos …

Auf dem Papier klingt das nach Körperverletzung: die TV Fortsetzung eines Uwe Boll Films. Fällt aber dann nicht so schlimm aus wie man es erwartet. Als Sequel kennzeichnet es eh nur der Umstand daß eine Nebenfigur aus Teil 1 auch hier erscheint, ansonsten ist es ein routinierter Zombie Matscher aus der Fließbandreihe. Einiges an Blut, unterirdische Darstellerleistungen und nicht wirklich großartige Spannungsmomente kennzeichnen das Geschehen. Einen recht sympathischen Pluspunkt kriegt es aber dennoch durch den Umstand das permanent Darsteller durchs Bild renn die man aus diversen TV Produkten kennt und die Nummer aus solidem TV Level inszeniert ist. Und auch wenn es dadurch nicht wirklich zu einem guten Film wird dominiert wohl die Erkenntnis: es ist nicht so schlimm wie man es befürchtet.

Fazit: Solide Zombieklatscherei mit unpopulärem Titel und ohne Innovation!

Rating: ★★☆☆☆

The Grudge

Detective Muldoon (Andrea Riseborough) untersucht den Fall einer Familie die in ihrem Haus zu Tode gekommen ist. Sie entdeckt daß deren Haus mit einem Fluch belegt ist daß jeden der es betritt auf gewalttätige Weise tötet.. Schon bald ist auch Muldoons Kind in Gefahr …

Es fällt mir schwer diesen Film korrekt zu verorten: es gibte ine reihe japanischer Filme dazu, dann gibt es eine Trilogie aus den USA die den Stoff als Remake liefert und nun diesen hier der irgendwie zwischen die Stühle fällt. Es ist ein Remake, es ist ein Reboot und greift doch eine inhaltliche Verbindung zu den anderen Filmen auf … hä? Ansonsten gibt es das wofür die Serie bekannt ist, aber in verwässertet Form: viele Gruselszenen in denen eine klappernde Gestalt herumläuft und eine extrem verschachtelte Erzählung die permanente Zeitsprünge liefert. Fans der Materie dürften dies zu dürftig finden, aber wer einen kurzweiligen Grusler sucht liegt nicht restlos falsch. Auch wenn wie so oft die Jumscares Überhand nehmen.

Fazit: Für Fans der Materie oder demjenigen der einfach nur ein wenig Grusel will!

Rating: ★★☆☆☆

Die Hochzeit meines besten Freundes

Als Jules (Julia Roberts) erfährt daß ihr bester Freund Michael (Dermot Mulroney) heiratet erkennt sie daß sie ihn liebt und zurückgewinnen möchte. Also reist sie zur Hochzeit und versucht Michael seiner künftigen Braut (Cameron Diaz) auszuspannen …

Ich sah diesen Film als Teenager (in einer Sneakpreview vor Start) und über die Jahre immer mal wieder, nun blinkte er mir aus dem Netflix Angebot nochmal entgegen. Es war spannend ihn nochmal zu sehen, aber nicht wegen des Films an sich. Der ist ein typisches Produkt seiner Zeit, einer Phase in der romantische Komödien laufend herauskamen und einfach nur mit dem Kniff arbeitete daß er Julia Roberts als Intrigantin gegen ihr Image besetzte. Dabei verläuft der Film auf absolut absehbaren bahnen, setzt dabei aber einige echte Hightlights, etwa die Szene in der eine Mittagsgesellschaft beim Essen beginnt zu singen oder eine Sequenz in einer Karaokebar, ebenso weicht zumindest das Ende wage von den Erwartungen ab.  Roberts und Dianz sind in ihren parts perfekt, Rupert Evert setzt einige göttliche Szenen als schwuler bester Freund, lediglich Dermot Mulroney wirkt etwas hölzern und begründet nicht warum er der Mann ist nach dem die beiden Frauen so gieren. Das spannende Element waren aber kleine, ehrliche Szenen, insbesondere die in denen Roberts Figur sich eingesteht daß ich Tun egoistisch ist, der bestre Freund der ihr ehrlich mitteilt daß sie verlieren wird und die Unfähigkeit dieses zu akzeptieren. In einem solchen filmischen Stück Zuckerwatte nach solcher Tiefe zu suchen klappt nicht, aber mich spricht das (weils eben meine Zeit war) trotzdem an und so empfinde ich den Film als mehr als nur eine laue RomCom.

Fazit: Aus einer Flut der RomCOms in den 90ernist dies einer der in Erinnerung bleibt!

Was wir wollten

Alice (Lavinia Wilson) und Niklas (Elyas M’Barek) leiden in ihrer Beziehung darunter daß sie kein Kid bekommen können. Bei einem Urlaub hoffen sie neuen Mut fassen zu können- doch ihre Bekanntschaft zu einer anderen Familie droht viele Wunden aufzureißen …

Der Titel sollte wohl eher „Was wir wollen“ lauten da dieser Film ins Rennen gehen wird um einen Auslandsoscar im Jahre 2021 – das kann nicht jeder Titel von sich behaupten der einfach mal so im Programm von Netflix aufploppt. Es wird spannend sein zu sehen ob er sich dort hervortun kann, da er eigentlich kein sehr angenehmer Titel ist. Er hat für mich keine Handlung oder einen Plot, er schildert einfach eine Situation, nämlich daß sich bei einem Ehepaar der Kinderwunsch nicht einstellt. Das ist eine schlimme Lage und die Flucht in einen Urlaub erwist sich als neuer Stressbringer da sie dort auf eine Familie treffen die alle verkörpert was ihnen zu fehlen scheint. Viel passiert bei alledem nicht, aber es ist eine überaus genaue Beobachtung von typischen Alltagsmomenten die sich aus der unangenehmen Lage entwickeln. Meist leiste, oftmals ohne Vorkommnisse, aber dennoch mit bitterer Emotion und tollem Schauspiel. Eine Lösung bietet der Film in de Sinne auch nicht an, aber das ist seine Stärke. Ich kann verstehen wenn man dies fade und langweilig findet, wer mit der Thematik aber Berührungspunkte hat erkennt vielleicht vieles wieder.

 

Fazit: Ereignisfrei und trist, aber sehr lebensnah und hochgradig unangenehm!

Rating: ★★★★☆

The King of Staten Island

Scott (Pete Davidson) verlor seinen Vater im Alter von sieben und gammelt bis in seine zwanziger vor sich hin. Als seine Mutter (Marisa Tomei) aber eine Beziehung zu Feuerwehrmann Ray (Bill Burr) beginnt muß sich Scott seinen Emotionen stellen …

Realität trifft Fiktion. Der Komiker Pete Davidson (der mir übrigens gänzlich unbekannt ist) spielt die Hauptrolle eines jungen Nichtsnutzes der gezwungen ist sich mit den emotionalen Altlasten der Vergangenheit zu beschäftigen und die neuen Lebensumstände seiner Mutter zu akzeptieren. Dies alles ist wohl eine Aufarbeitung von Davidsons wahrem Leben mit fiktionalem Einschlag. Worin der besteht kann man so nicht sagen. Für sich alleine genommen fühlte sich der Film aber durchweg wie ein Indie Streifen an und hatte für mich eigentlich keine Geschichte. Er beobachtet einfach seine Hauptfigur wie sie im Alltag und mit den Menschen um sich herum umgeht, sich mal echt toll und oftmals echt furchtbar verhält. Die Wirkung war allerdings daß alle Charaktere nicht eindeutig gut oder böse sind, aber voll ausgefleischt und lebensecht daherkommen und obwohl keine großen Ereignisse anstehen macht es Spaß hinter die Fassaden der Figuren zu schauen. Einige Male überrascht was man da sieht.

Fazit: Eigensinniger Film der etwas lang, aber durchweg lebensecht daherkommt!

Rating: ★★★★☆

Deep Blue Sea 3

Dr. Emma Collins (Tania Raymonde) untersucht die Auswirkung des Klimawandels auf Haue. Ihre Forschungen werden gestört durch ihren Exfreund und Meeresbiologen Richard (Nathaniel Buzolic) der mit seinem Vorgehen alle Personen in Gefahr bringt …

Was soll man da noch sagen? Es ist eine aussagekräftige Sache wenn dies ein Sequel darstellt zu einem Film, der 20 Jahre alt ist und der alte Film technisch inhaltlich und in Sachen Casting meilenweit voraus ist, Deep Blue Sea ist sowieso ein Stoff für den niemals eine Serie vorgesehen war, da er eigentlich in altbekannten Gefilden fischt: Mensch gegen Hai. Dieses Thema wird noch ein wenig aufgewertet durch den Umstand dass die Haie genetisch bearbeitet sind und somit gefährlicher, außerdem ist es eben mal ein anderes Umfeld wenn Haie nicht nur auf Surfer sondern auch Wissenschaftler losgehen und sich das Ganze in einer Unterwasserstation zuträgt. In diesem dritten Teil (der alle Klischees der Etikettenfälschung erfhüllt) verlagert sich das Setting auf eine Insel und es kämpfen dann doch sexy junge Frauen gegen Haie an denen experimentell herum gespielt wurde. Dabei wird wirklich die gesamte Palette durchgespielt an Gründen warum diese günstigen Videothekenpremieren eigentlich nichts taugen: die Darsteller sind lachhaft, es tritt kein einziger Bekannter oder auch nur eine charismatische Person, auf das Setting ist okay aber einfach nur sonnig und aussageschwach und den Tiefpunkt stellen die Haie selbst dar, Diese wurden hier sehr günstig produziert, allerdings sind die Effekte so unfassbar lachhaft das selbst wenn der ein oder andere passende Jumpscare kommt von diesen Hein keinerlei Grusel ausgehen kann. Wenn sich denoch jemand an diesem Film versucht und Spaß damit hat werde ich ihm das nicht schlecht reden, für mich jedoch bleibt der alte Film als ein sympathischer Evergreen stehen der mit diesem Titel und eventuellen weiteren Fortsetzungen nur Schaden an seinem Namen nimmt.

Fazit: Unspannend billig und zum abgewöhnen – solche Sequels braucht und will keiner!

Rating: ★☆☆☆☆

Spongebob Schwammkopf – Eine schwammtastische Rettung

Unterwasserkaiser Zeus braucht eine neue Schnecke um sein gutes Aussehen zu erhalten und entführt Gerry, die Hausschnecke von Spongebob. Also zieht dieser mit seinem Freund Patrrick los um Gerry zu retten …

Die ganze Spongebob Thematik gehört zu den Dingen die ich zwar niocht selber aktiv gesehen habe und die mich nicht in totale Begeisterung versetzt, bei der ich aber sehr gut verstehen kann warum es so beliebt ist. So habe ich auch die bisherigen Filme und einzelne Folgen geschaut und halte in gewissen Abständen eine Prise davon aus – und wenn dies so ausfällt wie in diesem Falle nehme ich gerne mehr davon. Die Story ist schlicht und dient einfach nur dazu Spongebob und seinen Kumpel Patrick einmal quer durch eine bunt animierte Welt zu schicken und zahlreiche schräge Figuren und Situationen zu erleben. Dabei sticht natürlich als Begleiter der reale Keanu Reeves heraus, aber er ist nicht der einzige „echte“ Star der sich hier die Ehre gibt. Im letzten Drittel verharrt der Film in einer „Position“ bzw. Situation wodurch das Tempo verloren geht, aber der Spaß bleibt. Wer Spongebob soweit nicht mochte wird auch hier nicht seine Liebe dafür entdecken, für Leute die das Franchise lieben ist dies sicherlich großartiger neuer Stoff der in der quietbunten Animationauch bestens herüberkommt. Man merkt daß dies groß fürs Kino produziert wurde – dessen Verlust ist nun Netflix‘ Gewinn.

Fazit: Bunt, laut, hysterisch und herzerwärmend – großartiges und albernes weiteres Kapitel!

Rating: ★★★★☆

The Turning – Die Besessenen

Kate (Mackenzie Davis) zieht nach Maine um auf die Waisenkinder Miles (Finn Wolfhard) und Flora (Brooklynn Prince) aufzupassen. Schnell merkt sie daß swohl die Kinder wie auch ihr Haus ein düsteres Geheimnis haben …

Die Geschichte fußt auf einer Vorlage die schon vor 1900 geschrieben wurde, das merkt man wohl auch da die Nummer etwas altbacken daher kommt. Allerdings liefert sie exakt das was man sehen möchte und erwartet: die großartige Mackenzie Davies als gutmütige Heldin die ohne eigenes Veschulden an einen Ort gerät an dem ihr zwei Teufelskinder das Leben schwermachen kann diesen Film gut tragen. Dazu gibt’s eine dichte Atmosphäre, auf plumpe Jumpscares wird halbwegs verzichtet und mit einer kompakten Lauflänge von 90 Minuten ist der Film auch durch bevor er richtig nerven kann. Allerdings bekommt ma auch nichts was man nicht schon irgendwo anders her kennt.

Fazit: Eine totale Blaupause für Teufelskinderhorror mit herausragender Hauptfigur!
Rating: ★★★☆☆