Verschwörung

Lisbeth Salander (Claire Foy) hat den Draht zu Mikael Blomkvist (Sevvir Gudnason) gekappt und bringt sich in große Schwierigkeiten als sie eine Verschwörung innerhalb der NSA entlarvt. Ebenso ist Blomkvist mit Ermittlungen beschäftigt und stößt dabei auf Lisbeth …

Die Lisbeth Salander Saga geht weiter, allerdings auf Neuland: der Film basiert sehr wohl auf der amerikanischen Verfilmung mit Daniel Craig, fußt aber dann doch auf einem neuen Roman den ein anderer Autor nach Stieg Larson geschrieben hat. Und erfreulicherweise kann man diesen Film schauen und auch genießen ohne etwas von dem alten Zeugs zu kennen. Im Kern hat man hier einen Thriller nach Schema F: wenig was man nicht schonmal gesehen hat, kaum etwas daß nicht schonmal woanders eingesetzt wurde – aber es sind Dinge die hier wie auch bei anderem schon immens gut geklappt haben. Wenn man sich an was aufhängen will kann man sicher was finden – seien es die teils so eingesetzten Klischees, sei es die mitunter übersteigerte Heldin die gleichermaßen coole Sau wie armes Opfer verkörpert und da nicht immer restlos ausgewogen wirkt. Oder sei es daß eigentlich kein Nebendarsteller irgendeine Form eines „Ausdrucks“ besitzt und irgendwelche Punkte setzz. Aber wozu soll man das bemängeln: wenn man die gelegentlichen Klischees runterschluckt bleibt ein konventioneller, spannender und immens mitreißender Thriller übrig.

Fazit: Arbeitet zwar mit vielen Klischees, punktet aber mit Action, Spannung und toller Heldin!
Rating: ★★★★☆

Verpiss dich Schneewittchen

Sammy (Bülent Ceylan) hat einen unschönen Job als Putzkraft im Hamam seines Bruders Momo (Kida Khodr Ramadan) und träumt davon ein Rockstar zu sein. Diesen Traum soll ihm ein Talentwettbewerb erfüllen bei dem er allerdings auf die Hilfe seinerSchwester Jessi (Josefine Preuß) angewiesen ist …

Ich gucke eigentlich sehr gerne die Auftritte von Comedians, von Bülent Ceylan habe ich aber relativ wenig geschaut. Auch wenn ich ihn durchweg sympathisch finde kann ich mit ihm nur wenig anfangen. Und hier ist dann das kleine Dilemma für mich daß ein scheinbar so netter Kerl einen solchen Film verzapft, obendrein einen in dem Josephine Preuss mitspielt, für die ich ja eine Schwäche habe. Das größte Problem am Film ist vielleicht der Zeitpunkt seiner Veröffentlichung: in den 70ern wäre es eine typische, launige Comedy gewesen, im hier und jetzt ist die altbackene Nummer mit Alibihandlung über einen aufsteigenden Musiker zu unlustig, zu bemüht und zu verkrampft. Da helfen auch diverse Cameos deutscher Comedians nicht. Der letztlich einzige Reiz für mach war es die Drehorte zu betrachten da der Film in Köln gedreht ist und ich einige Ecken wiedererkannt habe (eine Szene spielt in einer Kirche in der ich mal auf einer Hochzeit war) … aber das sind keine Gründe sich die Nummer in voller Länge zu geben.

Fazit: Sehr lau, unlustig und kaum zu empfehlen – ob Ceylan Fans da mehr rausziehen können weiß ich nicht.

Rating: ★★☆☆☆

 

Tödliches Verlangen

Katie (Nicky Whelan) will mit ihrer Tochter in einer neuen Stadt ein neues Leben beginnen und freundet sich mit dem Ehepaar Angela (Gina Gershon) und Brian Morgan (Nicolas Cage) an die sie als Nanny einstellen. Schon bald scheint sich bei Katie aber eine zwangshafte Verhaltensstörung zu offenbaren …

Wenn Nicolas Cage auf dem Cover steht weiß man doch im Grunde womit man es zu tun hast, zumindest wage, vor allem wenn der Film nicht allzu alt ist. Wobei dieser hier aus der Masse seiner Billigproduktionen doch passabel heraussticht Vor allem weil er einen harmlosen Normalo spielt der außer bei ein paar Wutszenen nie in seinen üblichen Modus verfällt. Des weiteren bringt der Film ihn mit seiner „Face / Off“ Kollegin Gina Gershon zusammen, was ganz nett ist. Der Rest? Ein Film der früher als RTL TV Film gelaufen wär, die hunderste Version der Psychopathin die eine brave Familie belästigt und quält und die Story einer Protagonistin die zwar alles weiß, der aber keiner glaubt. Wer damit leben kann daß dieser Film niemals die routinierten Bahnen verläßt kann andertghalb passable Thrillerstunden ansehen, jeder der dieses Ding ausläßt hat nichts verpaßt.

Fazit: Kleiner, völlig austauschbarer Thriller!

Rating: ★★★☆☆

Aufbruch zum Mond

Die Geschichte von Neil Armstrong (Ryan Gosling) der als erster Mann auf den Mond kam. Allerdings ist der Weg bis dahoin lang, beschwerlich und von zahlreichen Problemen bei der Vorbereitung gezeichnet …

Wieder einmal arbeiten die Oscar Garanten zusammen: Damien Chazelle auf dem Regiestuhl Ryan Gosling in der Hauptrolle. Und die Statue geht an … niemanden, hoffe ich zumindest. Nicht hierfür. Der Film nimmt sich mehren Stellen etwas vor und funktioniert bei keiner davon: ein Biopic über Armstrong möchte er sein, zeigt den Mann auch oivat und mit seiner Familie, präsentiert ihn aber ebenso distanziert und unterkühlt daß man keine emotionale Bindung aufbaut oder wirklich etwas über ihn erfährt. Der Film versucht die Action und Thrill des Weltraumflugs spürbar zu machen, bleibt aber bei diesen Passagen meist in der Sicht der Astronauten und damit in einer sehr eingeschränkten Position als daß dort ansprechende Szenen bei rum kommen. Und er schildert das entstehen der Mission wenngleich das nur eine Abfolge von Szenen ist in denen unterkühlte Planer überlegen was sie wie machen können um dann auf das bekannte Ende rauszusteuern. Das ist dann auch eindrucksvoll inszeniert, aber gleichzeitig inkosequent wenn die meisten Weltraumszenen leise inszeniert werden nd dann auf einmal ein brüllend lauter Klangteppich drübergeworfen wird. Darum: es ist ein hochwertig produzierter Film, aber nichts was wirklich Spaß macht und gerdezu unangenehm zu schauen ist.

Fazit: Bleischwere Schilderung der Ereignisse mit farblosen Bildern und unterkühlten Figuren!

Rating: ★★☆☆☆

Arsenal

Seit Kindertagen haben die Brüder Mikey (Johnathon Schaech) und JP (Adrian Grenier) stehts aufeinander aufgepaßt – trotzdem wurde Mikey ein unbedeutender Mafia-Handlanger während aus JPEigentümer einer kleinen Baufirma wurde. JP gerät dann aber mit dem Gangsterboss Eddie King (Nicolas Cage) aneinander der der seine Familie bedroht und hofft auf Hilfe des Polizisten Sal (John Cusack) …

Ein Film bei dem Nicolas Cage und John Cusack auf der Besetzungsliste auftauchen – es gab Zeiten wo mich das restlos begeistert hätte. Heute ist das Mitwirken dieser beiden Herren ein ganz guter Beleg dafür daß man sich im billigeren Filmsegment bewegt. Wenn man das akzeptiert hat und es bewußt anschaut kann man mit dieser Nummer hier aber ganz zufrieden sein. Zwei Brüder die totz Differenzen gemeinsam gegen ein paar Gangster vorgehen sind keine neue Story, aber solide Standardware über der Cage einsam thront: sein absolut bescheuerter, alberner Vogel von Gansgsterchef mit der extrafiesen Frisur stellt ein neues Highlight seiner Overacting Rollen da und ist ein Garant für ein stetiges Dauergrinsen. Das mag manch einer auch bei den recht blutigen Actionmomenten dieses Films im Gesicht haben. Darum: es ist ein kleiner, schlichter und altbekannter Film der aber auf dem Sektor auf dem er unterwegs ist eigentlich alles richtig macht.

Fazit: Standard Gangsterstory, dafür Cage in einer seiner schrillsten Rolle.

Night School

Teddy Walker (Kevin Hart) hat zwar keinen Schulabschluß, ist aber stetig mit seiner schlagfertigen Art durchs Leben gekommen. Nach einem Zwischenfall möchte er jedoch Börsenmakler werden und besucht dazu einen Abendkurs auf seiner früheren Schule wo sein alter Mitschüler Mackenzie (Rob Riggle) ihm als Direktor das Leben schwer macht. Doch es gibt auch die Abendschullehrerin Carrie (Tiffany Haddish) …

Hierbei kann ich wohl nicht wirklich objektiv sein: Kevin Hart funktioniert für mich icht. Der kann machen was er will, ich sehe in ihm immer die gleiche Person und nie einen Charakter, jedesmal nur die gleiche abgerochene Figur mit dem Dauerquasseln und den Grimassen die mich nichtmal ein Lächeln entlocken. Und in diese Reihe reiht sich auch dieser Film ein wobei ich es sehr schade finde daß er ben bei dem ganzen Kalauern durchaus ernsthafte Chancen gehabt hätte: er nimmt sich Zeit und zeigt die Charaktere und deren Lebenswege die dazu geführt haben daß sie als Erwachsene eine Schule besuchen, obendrein setzt er ihnen eine starke Lehrerfigur vor und geht auch auf die Lernschwäche der Hauptfigur ein – doch all das wird nicht erzählt, sondern nur als Aufhänger genommen um so viele flaue Gags wie möglich unterzubringen. Diese mögen bei Hart Fans entsprehend funktionieren – mich nervt so etwas nur grenzenlos.

Fazi: Typisches Kevin Ahrt Vehikel, frei von wirklichem Witz oder guten Ideen.
Rating: ★★☆☆☆

Videoreview von mir:https://www.youtube.com/watch?v=8LwxypVS2jA

Der Nussknacker und die vier Reiche

Die junge Clara (Mackenzie Foy) gerät an Weihnachten in eine geheimnisvolle Parallelwelt, wo sie nach einem Schlüssel für eine Truhe sucht. Mit dem Soldaten Phillip (Jayden Fowora-Knight) durchstreift sie eine gefahrvolle und wundervolle Welt, die von der bösartigen Mutter Gigoen (Helen Mirren) beherrscht wird …

Hier bin ich vollkommen neutral ran gegangen, mir ist klar daß es hier Vorlagen zu gibt, aber ich kann nicht sagen irgendwas davon je geschaut zu haben. Darum bin ich relativ erwartungsfrei reingegangen und bekam das was ich erahnt habe: eine Alice im Wunderland Variation, nur ohne Johnny Depp. Wieder gerät ein braves, unschuldiges Mädchen durch komische Umstände in ein merkwürdiges Zauberreich; in der ersten Hälfte ist sie dann unterwegs um für sich und für den Zuschauer alles zu erkunden: wer ist gut, wer ist böse und alles weitere. Mich hat dabei der künstliche Look des Films immens gestört und genervt, ich habe den Eindruck daß hier jede Sekunde Film im Studio und größtenteils vor Green Screen gefilmt wurde und das stieß mir echt übel auf. In der zweiten Hälfte gibt’s dann einen ganz guten Twist und ab da nimmts kindertaugliche und trotzdem spannende Fahrt auf – klar, es fließt kein Blut und wird auch nicht wirklich „heftig“, aber im Rahmen seiner Möglichkeiten macht der Film alles ganz passaebl. Im Gesamten hatte ich den Eindruck daß hier nicht aus jeder Pore der „Franchise!!!“ Gedanke quillt, daß auf unnötige Showeffekte ect. Verzichtet wurde und die Hauptfigur erfreulich zurückhaltend wirkt. Und da in einem Kino voller Kinder ziemliche Ruhe herrschte scheint der Film für seine Zielgruppe auch bestens zu funktionieren. Wer jedoch für die Auftritte von Morgan Freeman und Helen mirren reingeht sei vorgewarnt: deren Screentime ist immens knapp.

Fazit: Künstlich aussehender Fantasystreifen der sich nach durchschnittlicher erster Hälfte sehr solide aufrappelt!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=9rgd0UrHGXw

Marry Poppins

Im London des Jahres 1910 werden die Kinder Michael (Matthew Garber) und Jane Banks (Karen Dotrice)  von ihren Eltern vernachlässigt, so daß sie aus Frust jedes neue Kindermädchen in di9e Flucht treiben. Dann aber schwebt das magische Kindermädchen Mary Poppins (Julie Andrews) ins Haus…

Ich habe diesen Film nun mit fast vierzig zum ersten Mal gesehen und das eigentlich auch nur um gewappnet zu sein falls mir das anrückende Sequel mal unterkommt. Und auas heutiger Sicht schaut man unweigerlich anders drauf als man es wohl damals getan hätte; ebenso blickt man aus den Augen eines erwachsenen Menschen anders auf die Materie. Kindlichen Zauber kann ich dann für mich nicht damit verbinden, wohl aber einen Film der die Mittel und Möglichkeiten seiner Entstehungszeit vollkommen ausreizt, wenngleich viele der Effekte heute natürlich stark veraltet wirken Dafür beeindrucken die zahlreichen Tanz und Musicaleinlagen auch immer noch und ich war überrascht wie viele Einstellungen ich aus Zusammenschnitten her kannte. Bei der Story finde ichs natürlich witzig daß gerade der große Disneykonzern hier zum Ende hin Geldgier so scharf verurteilt … aber seis drum. Die Musik berührt das Herz und die herlich kindliche Story steckt voller Zauber, unbeschwerter Gelassenheit und Fohsinn. Unterschwellig ist die Nummer dabei auf unfassbare Weise kreuzbrav und bieder.

Fazit: Zu Recht ein Klassiker den man leicht ins Herz schließt!

Nur ein kleiner Gefallen

Stephanie (Anna Kendrick) versorgt alleine ihren Sohn Miles (Joshua Satine) und ist stets hilfsbereit. So nimmt sie auch Nicky (Ian Ho), den Sohn ihrer Freundin Emily (Blake Lively) für ein paar Stunden zu sich – doch Emily kehrt nicht zurück um den Jungen auszuhelfen …

Der Film kombiniert zwei gängige Elemente in sehr eigenartiger Ausrichtung: Comedy und Thriller. Leider stehen sich diese im Weg: der Film ist über weitete Strecken amüsant und stetig lustig, das aber verhindert sehr oft daß die richtige Spannung aufkommen kann. Das kann sie aber auch aus einem anderen Grund nur schwer: wegen den restlos überzeichneten Hauptfiguren und der Umgebung. Hier ist alles larger than life: vor allem Anna Kendrick als perfektionierte Übermutti die ihr Leben, einen Blog, das Kind, einfach alles stetig schafft und dabei nicht mal einen Funken Ermüdung zweigt, ebenso Blake Lively die eine perfekt auf sie zugeschnittene Rolle als Miststück abgibt. Die Spannung entsteht letztlich wohl mehr aus der Neugier daß man wissen will was es denn nun final mit den Figuren auf sich hat als durch eine gelungene Atmosphäre – aber am Ende ist man überrascht daß dieser oftmals ungleich ausbalancierte Film durchaus so amüsant daher kommt.

Fazit: Sehr merkwürdiger Film mit edler Ausstattung und restlos überzeichneten Figuren!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=Xe5r7Py63bI

Max Schmeling – Eine deutsche Legende

Während des Dritten Reiches schafft es Max Schmeling (Henry Maske), zum populärsten Boxer Deutschlands aufzusteigen – und verleugnet so gut es geht daß Hitler ihn für Marketingzwecke einspannt. Gleichzeitig versucht er jedoch jüdischen Flüchtlingen zu helfen …

Bei dem Film gibt’s ja aufgrund der beiden Hauptbeteiligten kaum eine Chance ihn ernst u nehmen: zum einen wegen Regisseru Uwe Boll, der seinen Ruf als schlechtester deutscher Filmemacher partout nicht losgeworden ist weswegen viele dem Titel keine wirkliche Chance einräumen wollten. Zum anderen wegen der Besetzung der Hauptfigur die gleichermaßen passend und unpassend ist, nämlich Boxer Henry Maske. Der kann dann natürlich in den zahlreichen Boxpassagen physisch großartig bestehen, ist aber umso hölzerner in den Spiel und Dramaszenen. Aber das muß man gar nicht so hoch hängen: es ist kein fetter Blockbuster und kein episches Ding, sondern eben ein deutscher Film dem an manchen Stellen nur ein überschaubares Budget zur Verfügung stand und der versucht daraus alles was geht zu nutzen. Wie historisch akurat die Geschichte dabei ist vermag ich nicht zu sagen, halte sie aber für glaubwürdig, ebenso denke ich daß die Darstellung Schmelings vielleicht nicht allzu großartig, aber interessant und mögenswert ist. Daher: Versuch ist es wert wenn man die Vorurteile über Boll einfach mal ausblendet.

Fazit: Wie ein großer TV Film, aber nicht zwangsweise so katastrophal wie sein Ruf.