Rocketman

Reginald Dwight (Taron Egerton) ist ein schüchterner Junge im London der 60er Jahre der nur am Klavier aufblüht. Seine wahre Leidenschaft ist jedoch der Rock’n’Roll der ihm einen unglaublichen Aufstieg beschert – der aber auch große Schattenseiten hat …

Das Prinzip des Films ist gar nicht schlecht: es wird die Biographie von Elton John erzählt, allerdigns geht der Film wann immer es paßt ausd er Realität raus und wird zu einer Musicalnummer. Leider funktioniert das dann nur auf Kosten der Emotionen: ich kenne die wahre Story von Elton John nicht so detailliert, denke aber schon daß die wesentlichsten Eckpunkte glaubhaft und wahr sind, aber ebenso daß der Film an entsprechenden Stellen ein wenig anpasst und zurecht macht. Trotzdem erscheint mri die Story relativ gängig, der arme Knabe aus traurigen Verhältnissen der zum Star aufsteigt und dann im Überfluss ersäuft und ein Drogenproblem bekommt … das hats alles schon so gegeben. Wenn es dann zu den Musicaleinlagen kommt ist es kaum zu tppen, diese Szenen sind bunt, laut und wild inszeniert und treffen in jeder Hinsicht den richtigen Ton. Leider aber bleibt die Geschichte immer nur am Nullpunkt. Ich freue mich nicht mit dem Film Elton wenn es bergauf geht, nehme ebenso wenig Anteil an der emotionalen Absturzphase … und somit bleibt mir am Ende ein perfekter Tanzfilm der mir weder die Person Elton John näher bringt noch mich irgendwie emotional erreicht.

Fazit: Trotz tollem Taron Egerton ein zwar perfekt inszenierter, aber distanzierter Musikfilm!

Mr. Link – Ein fellig verrücktges Abenteuer

Der Forscher Sir Lionel Frost sucht den Vorfahren des Menschen und landet so bei Mr. Link, der glaubt der letzte seiner Art zu sein. Doch Lionel möchte Link nach Shangri-La bringen wo es noch weitere seiner Art geben soll. Dabei begleitet sie Adelina Fortnight …

Das habe ich auch eher selten: ein animierter Film bei dem mir die deutsche Synchronisation nicht passt. Der Grund besteht darin daß die Hauptfigur im Original von Hugh Jackman gesprochen wird und optisch auch an diesem orientiert ist. Im Deutschen wird die Figur aber von Christoph Maria Herbst gesprochen, der zwar ein guter Sprecher ist, aber irgendwie nicht zu der Figur passt. Ebenso spricht Bastian Pastewka den Link und insbesondere in ein paar Schnellplappermomenten sehe ich dort eher Pastewka als die Figur. Trotzdem braucht man das nicht großartig zu beklagen: der Film ist eh nur für ein kleines Publikum. Ein Publikum daß sich an der altmodischen Technik des Stop Motions erfreuen kann. Mit dieser Technik wird eine kleine Abenteuergeschichte aufgefahren, die sicherlich nicht das Rad neu erfindet, aber sehr wohl Spaß macht. Überraschend dabei sit auch daß zwar Witz drin ist, aber insgesamt ist der Ton doch etwas gesetzter als in „Dreamworks“ oder „Pixar“ Werken. Letztlich ein kleiner, netter Film mit Herz den ein entsprechendes kleines Publikum sicherlich sehr zu schätzen weiß.

Fazit: Kleiner, aber sehr herzlicher Streifen!

Parasite

Familie Kim lebtin einem Keller unter ärmlichen Bedingungen haust. Dann aber schaffen Sie als Hausangestellte bei Mr. Park (Sun-kyun Lee) und seiner Frau Yeon-kyo (Yeo-Jeong Cho) anzukommen. Schon bald belegt die ganze Familie Plätze im Haus – mit schweren Folgen …

Ich habe mich noch nie wirklich mit dem koreanischen Kino beschäftigt, ich wurde auf diesen hier lediglich dadurch aufmerksam daß die Vorschussloorbeeren geradezu überirdisch waren. Und nach Anschauen des Films kann ich zumindest verstehen woher sie kommen. Der Film entzieht sich komplett einem Genre und vereint Aspekte einer Gesellschaftskritik mit einem Dramaplot, mit Thrillerelementen und vereinzelten lustigen Passagen zu einem ganz großen Ganzen. Dabei gibt es insbesondere in der Mitte einen unfassbaren Twist nach dem der Film wie ausgewechselt ist und man nicht mehr wirklich den gleichen Titel schaut wie vorher. Das Beste daran aber: nichts, wirklich garnichts daran ist vorhersehbar. Man schaut auf den Film zurück und erkennt daß man keine Wendung die hier passiert irgendwie auf dem Schirm hatte oder absehen konnte. Und das ist bei einem heutigen Film geradezu ein Geschenk.

Fazit: Irrer Genremix der in ein unglablich krasses Finish mündet – definitiv Kino in seiner kreativsten Form!

Rating: ★★★★★

Fractured

Nach einem angespannten Wochenende bei den Schwiegereltern steuert Familienvater Ray Monroe (Sam Worthington) mit seiner Frau Joanne (Lily Rabe) und Tochter Peri (Lucy Capri) einen Rastplatz an – dort kommt es zu einem Unfall. In der Notaufnahme werden die Dinge aber erst recht kompliziert als Joanne und Peri spurlos verschwinden …

Ein Vater bringt seine verletzte Familie in die Notaufnahme, diese verschwindet dort spurlos – ein bekanntes Filmszenario, das des braven Normalos dem aus unerklärlichen Gründen plötzlich echt übel mitgespielt wird. Und es gibt eine Handvoll gängiger Lösungen: liegt hier eine Entführung vor, liegt hier ein Bruch in der Wahrnehmung der Hauptfigur zu Grunde? Es ist eigentlich egal was es ist, aber wenn man sich festgeschaut hat möchte mans halt wissen. Dabei macht es sich der Film aber etas zu leicht: von der ersten Szene an wird etabliert daß Sam Worthingtons Figur gestresst, nicht sehr mögenswert und eventuell auch etwas geistig umnachtet ist, womit man die Dinge die man aus seiner Sicht wahr nimmt von Anfang an anzweifelt, außerdem sind sowohl er wie seine Filmfrau nicht nennenswert sympathisch und damit hat man nicht gerade angenehme Figuren mit denen man fiebern kann. Aber es reicht ja 100 Minuten auf die Auflösung zu werten die dann zwar das Rad nicht neu erfindet, aber solide überrascht.

Fazit: Standardthriller mit schlichtem Warten auf die Pointe, solide und spannend sowie sehr unangenehm in der Stimmung!
Rating: ★★★★☆

Der Fall Collini

Nach dem Mord am Industriellen Hans Meyer stellt sich der pensionierte Gastarbeiter Fabrizio Collini (Franco Nero) der Polizei. Der Rechtsanwalt Caspar Leinen (Elyas M’Barek) übernimmt die Pflichtverteidigung – obwohl er einen persönlichen Bezug zu Collinis Familie hat …

Im Kino habe ich mir diesen Film verkniffen, dazu sah er mir zu farblos und viel zu sehr nach einer besseren TV Film Variante aus: ein Gerichtsfilm um einen merkwürdigen Mord; mit Elyas M. Barek läuft obendrein ein eher farbloser Protagonist herum. Nach Sichtung des Films im Heimkino sind meine Bedenken aber etwas weniger geworden: der Film hat eine hässliche Beleuchtung und ein steriles Umfeld, aber durchaus einen sehr krassen Background. Um diesen zu erkennen muß man allerdings ein Weilchen durchhalten da die Hintergründe der Tat erst im letzten Drittel stetig Gestalt annehmen, dann schockt einen der Film allerdings sehr. In seiner Gesamtheit ist der Film wonach er ausschaut, ein deutscher Film mit zahlreichen bekannten Darstellern die aber eher emotional unterkühlt spielen, bei genauer Betrachtung jedoch und Kenntnis des Hintergrundes ist der Film durchaus seine Zeit wert.

Fazit: Eher durchschnittliches Drama welches zum Ende hin einen echt krassen Sprung macht!

El Camino – Ein Breaking Bad Film

Nach dem Tod von Walter White (Bryan Cranston) ist Jesse Pinkman davongekommen und sucht nach einer Möglichkeit sich nach Alaska abzusetzen. Dazu muss er aber noch ein paar alte Bekannte aufsuchen und alte Dinge bereinigen …

Hier trennt sich die Zuschauerschaft in drei Lager. Es gibt diejenigen die och nie Breaking Bad geschaut haben – die haben dann aber auch keinen Anlass sich mit diesem Film zu beschäftigen. Es gibt diejenigen welche die Serie auswendig kennen und sich ausgiebig mit allen Fakten eingedeckt haben, die werden hier wohl ein sehr zufrieden stellendes Ergebnis und Filmerlebnis haben. Und es gibt Menschen wie mich welche die Serie zwar geschaut haben, dies aber gut sechs Jahre her ist und ich weiß Gott nicht mehr alle Charaktere, Figuren und Beziehungen im Kopf hatte. Ich hatte Spaß daran Aaron Paul noch einmal in der Rolle zu sehen da er eine entsprechende Energie hat, ebenso freut es ich daß dieses Special von Vince Gilligan inszeniert wurde, also dem Macher der Serie der sich hiermit wohl einen Wunsch erfüllt hat. Aber ich gerate an zu vielen Stellen ins Trudeln weil ich nicht mehr im Auge habe wie die Zusammenhänge waren, außerdem fand ich es schade daß bei zwei Stunden Laufzeit sehr viel Zeit darauf verwendet wird in Rückblenden zu gehen. Das holt zwar bereits verstorbene Charaktere zurück, aber mir wärs dann doch lieder gewesen in der filmischen Gegenwart zu verweilen.

Fazit: Solides Serienspecial welches aber seine volle Wucht nur Fans der Serie enthüllen dürfte.

Rating: ★★★☆☆

Career Day mit Hindernissen

Schulleiterin Nichols (Allison Janney) steht vor dem Jährlichen Karrieretag ihrer Schule an dem das totale Chaos ausbricht: die Entsorgung einer Leiche, das Beeindrucken der Kinder, eine und eine unglückliche Affäre sorgen für viel Aufsehen …

Judy Greer ist eine dieset ypsichen Nebendarstellerinnen die man eigentlich kennt, aber nur die wenigstens können Namen und Gesicht vereinen. Und dieser Film, der ihr Regiedebüt darstellt, ist noch mehr unter dem Radar durchgelaufen. Es sei fairerweise gesagt: großer Kinostoff ist das nicht. Sehr wohl aber kleines, harmloses und höchst sympathisches Entertainment. Der titelgebende Karrieretag an einer Schule ist lediglich der Aufhänger für einen kleinen Episodenfilm in dem eine Handvoll Figuren einen Tag lang diverse Geschichten erleben die dann doch irgendwie kommulieren oder sich berühren. Schade ist dabei daß der Film gerade mal auf 78 Minuten kommt, da hätte man sicherlich noch ein paar Handlungselemente mehr und ein paar Minuten mehr Film zurecht bekommen. Obendrein gibt es kleine Erzählstränge die geradezu ins nichts verlaufen oder aufgebaut werden, aber nicht wirklich eine Auflösung erhalten. Trotzdem sind kleine Szene wie zwei Männer die beruflich auf dem Schulhof kämpfen oder ein depressiver Lehrer der zusammen mit einem traurigen Schüler auf dem Dach sitzt und sich austauscht durchweg gelungen, mit zahlreichen Promis in Nebenrollen gibt’s auch ne Handvoll bekannter Gesichter. Insofern: viel mehr als zu erwarten war.

Fazit: Kleiner Unterhaltungsfilm der irgenwie nicht richtig ausgeformt ist, aber im Kleinen sehr liebenswert unterhält.

Joker

Im Jahre 1981 verdingt sichder glücklose Arthur Fleck (Joaquin Phienix) in Gotham City als Clown auf der Straße mit Werbeschildern und pflegt seine Mutter Penny (Frances Conroy). Flecks mehr und mehr vortretende Geisteskrankheit steigert sich durch die Einnahme von Psychopharmaka und zahlreiche Demütigungen – un nimmt unfassbare Züge an als ihm eine Waffe in die Hände fällt …

Die Figur des Jokers ist endlos oft auf der Leinwand gewesen und hat dennoch keine richtige Geschichte. Nun versucht sich Todd Phillips daran, wobei das Skript fast auch ohne die „Batman“ Bezüge bestehen kann: es erzählt von einem traurigen, dabei aber psychisch labilen Mann dem durch schlimme Umstände mehr und mehr der Verstand abhanden kommt. Das der Film gefährlich ist und Amokläufer inspirieren kann schätze ich nicht, er gibt allerdings ein sehr glaubhaftes und plausibles Bild davon ab wie sich ein mehr und mehr unterdrückter Mensch letztlich in Gewalt flüchtet und diese als letzte Möglichkeit einsetzt. Ansonsten ist dieser Film in einer sehr eigenen und passenden Stimmung erzählt und zeigt Joaquin Phoenix in einer absolut großartig gespielten Rolle. Die Bezüge zur Batman Materie sind zwar dar, ich hoffe trotzdem das dieser Film einzeln und für sich bleibt und nicht nur die nächste Kinoserie einläuten soll.

Fazit: Funktioniert als Psychodrama ebenso wie als krasse Gesellschaftssatire und ist dabei keine Unterhaltung, sondern manchmal sehr unangenehm zum Anschauen.

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=Hc5vrTSBABQ

Stan & Ollie

Im Jahre 1953 ist der Ruhm des Komikerduos Stan Laurel (Steve Coogan) und Oliver Hardy (John C. Reilly) verblaßt, weswegen Promoter Bernard Delfont (Rufus Jones) sie auf eine Bühnentour schickt. Aufgrund diverser Probleme wird dies aber zur Belastungsprobe …

Wahrheitsgehalt? Kann ich nicht kommentieren, außer ein paar „Dick und Doof“ Ausschnitten die ich als Kind gesehen habe sind mir die Komiker wie auch ihr Werdegang und ihr persönliches Verhältnis vollkommen fremd. Darum nehme ich den Film für sich. Ziel war es wohl eine gewisse Warmherzigkeit auszustrahlen und die beiden Figuren nicht zu demontieren indem man sie als bösartig abseits der Kamera oder sonst irgendwie negativ darstellt. Hier bekommt man einen glaubhaften Blick auf die beiden zu einer bestimmten Zeit ihres Lebens und ihres Schaffens und vor allem dem persönlichen Umgang miteinander. Dies als kauzige Komödie mit zwei Dickschädeln die aber nicht laut werden, sich aber trotzdem gegenseitig manchen verbalen Schlagabtausch liefern. Dazu zeigt der Film diverse Clips und Szenen aus ihrem Bühnenprogramm und mag so den ein oder anderen nostalgischen Lacher und Moment erzeugen. Für Leute die in der Thematik bewandert sind ist dieser Film sicherlich ein Hit, für alle anderen ein solides, kleines Filmchen mit einer Menge Herz und Charme.

Fazit: Unaufgeregter Blick auf zwei Ikonen!

Lieber Antoine als gar keinen Ärger

Die Kommissarin Yvonne (Adèle Haenel) erfährt daß ihr verstorbener Mann Santi (Vincent Elbaz) korrupt war und unter anderem den unschuldigen Antoine (Pio Marmai) für acht Jahre ins Gefängnis gebracht hat. Also heftet sich Yvonne an Antoines Fersen und sucht nach einem Weg die Schande wieder gut zu machen …

In diesem Falle hatte ich das Gefühl einen Film zu schauen der auf einem frühen Drehbuchentwurf basiert in dem noch nichts passend abgewogen und aufeinander abgestimmt ist. Das würde mir zumindest das finale Machwerk irgendwie erklären: die Story in der eine gutmütige Polizistin versucht die Sünden ihres Mannes zu korrigieren könnte für ein Drama, eine Komödie oder einen Thriller herhalten. Dieser Film hat aber Elemente von allem die in keinster Weise ausgeglichen sind: da liefert ein Mörder Körperteile bei der Polizei ab und der Beamte schickt ihn wiederholt weg, da laufen Beamte bei dem Weg zu einem Einsatz wie Idioten durch eine Absperrung, da wird die Backstory einer Figur in Form eines Exploitation Clips geschildert und da bekommt man eine Figur wie den titelgebenden Antoine bei dem man nicht weiß ob man ihn mögen, verachten oder ihm verzeihen soll. Hauptfigur Yvonne ist indes zwar sehr mögenswert, aber während sie im Minutentakt zwischen zwei Figuren pendelt weiß´man obendrein nicht ob sie noch sauber tickt wenn sie Antoine eigentlich helfen will, ihm dann aber bei einem Autodiebstahl und einem Überfall zur Hand geht, ebenso wenig warum eine Frau nicht schreit wenn ihr Ex nachts in einem Teufelskostüm in ihrem Zimmer auftaucht … am Ende habe ich den Film regelrecht beleidigt verlassen. Und versuche garnicht erst sachlich zu schreiben.

Fazit: Absurder Mix aus allen Genres der dem Zuschauer eine regelrechte Tortur beschert.